Prof. Dr. Brian Horowitz


Curriculum Vitae


Brian Horowitz ist seit Oktober 2012 Fellow am Imre Kertész Kolleg Jena. Seit 2003 ist Professor für Jüdische Geschichte an der Tulane Universität und hat den Sizeler Family Lehrstuhl für Jüdische Studien inne. Horowitz wurde mit mehreren Preisen und Ehrungen ausgezeichnet, u. a. mit einem Fellowship am Frankel Center for Jewish Studiet an der Michigan Universität (2011 - 2012), einem Yad Hanadiv Fellowship an der Hebräischen Universität Jerusalem (2002) und einem Alexander von Humboldt Fellowship (2000 - 2001). Seine Forschungsarbeit dreht sich um Zionismus und Osteuropäische Politik und Kultur. Horowitz hat unter anderen zu jüdischen Schulen im Russländischen Reich, russischem Liberalismus und jüdischem Nationalismus gearbeitet.


Forschungsprojekt am Kolleg


Osteuropa als Brutkasten des rechtsextremen jüdischen Nationalismus in Russland, 1914-1945
Aus den Erfahrungen als Opfer von Verfolgungen und in Anlehnung an die nicht-jüdische Rechte, entwickelten Juden in Osteuropa in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts eine rechtsgerichtete jüdische Politik. Die Ideen der radikalen Rechten wurden von ihnen allerdings nur sehr eingeschränkt übernommen. Es war nicht der Rassismus der sie begeisterte, sondern das Konzept der Gemeinschaft, einer Gesellschaft, die in Traditionen und Kulturen wurzelt (Hebräisch, militärische Disziplin und traditionelle religiöse Symbole). Die rechten jüdischen Nationalisten wurden vor allem von den Darstellungsformen von Stärke und Gewalt, Identitätsritualen (Sport, paramilitärischer Drill, Paraden) und einer antidemokratischen, proindividualistischen Ideologie des sozialen Lebens und der Gesellschaftsform (nicht Sozialismus, sondern Kapitalismus; nicht Gleichheit, sondern die Förderung der Eliten) angezogen.
Obwohl sich die Forschung zu osteuropäischen Juden mehrheitlich mit Liberalen und Radikalen beschäftigt, verdienen jüdische Konservative und Rechte größere wissenschaftliche Aufmerksamkeit. Jüdische Konservative (Shtadlonim [jüdische Fürsprecher]) blieben auch im 20. Jahrhundert als Industrielle und Plutokraten einflussreich. Die Zionistischen Revisionisten und ihre paramilitärischen Jugendgruppen waren im Polen der Zwischenkriegszeit und im Baltikum aktiv. Schriftsteller und Historiker wie Micha Yosef Berdyczewski, Uri Zvi Greenberg und Israel (Joseph) Klausner waren aktive Fürsprecher einer rechten jüdischen Ideologie.


Forschungsschwerpunkte


  • Jüdischer Nationalismus in Ostmittleuropa im 20. Jahrhundert
  • Zionismus, Palästina, und Antisemitismus
  • Faschismus und Politik



Funktionen/ Mitgliedschaften


  • Herausgeber in Bücherserie: Explorations of Jewish Culture in Eastern Europe (Slavica Press)
  • Konsultant verschiedener University Presses
  • Mitglied des Radaktionsrates "On the Jewish Street"