Dr. Agnieszka Mrozik

Curriculum Vitae

Agnieszka Mrozik ist seit 2012 wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Literaturforschung der Polnischen Akademie der Wissenschaften. Im Jahr 2012 wurde sie im Bereich der Literaturwissenschaften promoviert und im Jahr 2005 absolvierte sie ihren Master in Amerikanistik. Seit 2008 hält sie Lehrveranstaltungen zu den Themen feministische Kritik, Mediendiskurs und popkulturelle Analyse am Postgraduate Gender Studies Programme am Institut für Literaturforschung der Polnischen Akademie der Wissenschaften. Zwischen 2005 und 2010 war sie als Dozentin für feministische Kritik und Frauenliteratur des 20. Jahrhunderts an der Fakultät für Polenstudien der Universität Warschau tätig. Ihre Dissertation untersuchte die Identitätspolitik der Frauenbewegung und -literatur in Polen nach 1989. Zurzeit arbeitet sie an dem Projekt "Die vergessene Revolution: Weibliche kommunistische Intellektuelle und die Emanzipation der Frau im Polen der Nachkriegszeit".

Forschungsprojekt am Kolleg


Mein Projekt untersucht den Beitrag weiblicher Kommunisten im Prozess der Emanzipation der Frau im Polen der Nachkriegszeit. Eines meiner Hauptargumente ist, dass ihre Aktivität hauptsächlich eine Konsequenz ihres politischen Denkens war. Die Emanzipation der Frau war ein Grundanliegen des Kommunismus beim Aufbau einer modernen Gesellschaft. In der überwiegend katholischen polnischen Gesellschaft zog dieses Bekenntnis die Notwendigkeit einer gründlichen Neudefinition der traditionellen Rolle der Frau als hingebungsvolle Hausfrau und Mutter nach sich. Meine Forschung hierzu beweist, dass die Emanzipation der Frau für Kommunistinnen auch aus persönlichen Gründen von großer Bedeutung war: als Frauen, die selbst in der kommunistischen Bewegung und Partei anders behandelt wurden als Männer - wie sie in ihren Memoiren an vielen Stellen eindrucksvoll darstellen - sahen sie sich gezwungen, in erster Linie gegen die Ungleichbehandlung der Geschlechter zu kämpfen. Mein Projekt verfolgt drei Ziele. In einem ersten Schritt werde ich untersuchen, auf welche Weise Kommunistinnen der oberen Parteiriege bis zum Ende des Stalinismus in Polen (1956) versuchten, den emanzipatorischen Diskurs in den Bereichen Kultur, Wissenschaft und Bildung zu prägen und wie sie hier die traditionellen Geschlechterrollen aufbrechen wollten. Als zweites werde ich fragen, was mit ihnen und ihren Ideen im poststalinistischen "Tauwetter" (1955-57), das in Polen mit einer propagierten Rückbesinnung auf traditionelle nationale Konzepte und Geschlechterhierarchien einherging, geschehen ist. Schließlich werde ich die Erinnerungskultur nach 1989 daraufhin untersuchen, welchen Platz kommunistische Führer und ihre Visionen in den Narrativen zur nationalen Geschichte und polnischen Frauenbewegung gefunden haben.

Forschungsschwerpunkte

  • Frauen, Geschlecht und Generationen im kommunistischen und post-kommunistischen Mittel- und Osteuropa
  • Kommunistinnen in Polen im 20. Jahrhundert: Geschichte, Biographie, Literatur
  • Feministische Kritik und Frauenliteratur in Polen nach 1989
  • Kritische Analyse des Mediendiskurses und der Popkultur


Funktionen und Mitgliedschaften

  • Mitglied der Internationalen Gesellschaft für Kulturgeschichte
  • Mitglied der Polish Gender Studies Association
  • Mitglied des Redaktionsbeirats der "Lupa Obscura"- Reihe des Verlags des Instituts für Literaturforschung 
  • Mitglied der Redaktionsleitung des kulturpolitischen Vierteljahresheftes "Bez Dogmatu" [ohne Dogma]