Dr. Iwona Guść

Curriculum Vitae


Vor ihrem Fellowship am Imre-Kertész-Kolleg war die Literatur- und Filmwissenschaftlerin Iwona Guść ein Early Career Fellow am Lichtenberg-Kolleg - the Göttingen Institute for Advanced Studies. Hier war sie seit September 2014 an einem der Hauptprojekte des Kollegs beteiligt: "The diaries of Anne Frank. Research - Translations­­­ - Critical Edition". In diesem Zusammenhang untersuchte sie die Rezeption sowie die Publikationsgeschichte des "Tagebuch der Anne Frank" in Polen. Zwischen 2010 und 2014 war sie am NIOD Institute for War, Holocaust and Genocide Studies in Amsterdam tätig, wo sie am Projekt zum gegenwärtigen und Nachkriegsantisemitismus im globalen Kontext mitarbeitete. Ihre Dissertation schrieb sie über den polnischen Filmemacher Andrzej Kondratiuk und subversive Praktiken der polnischen Kunstszene. Hierfür wurde sie 2012 vom Institut der Künste, Kultur- und Medienwissenschaften der Universität Groningen promoviert.

Forschungsprojekt am Kolleg


"Das Tagebuch der Anne Frank" ist wahrscheinlich eines der bekanntesten Bücher weltweit und Anne Frank selbst zählt zu den bekanntesten Opfern des Holocaust. Die enorme Wirkmächtigkeit ihres Tagebuchs führte zu einer Welle ähnlicher Publikationen in vielen europäischen Ländern. Allerdings ist bis heute nur wenig über das wachsende Interesse an Tagebüchern und deren Einfluss auf die nationale und transnationale Erinnerungskultur zum Zweiten Weltkriegs und Holocaust bekannt. Mein Projekt möchte diese Forschungslücke schließen und das internationale Interesse an Tagebüchern erforschen, die während des Holocaust von Kindern geschrieben wurden. Außerdem soll auch die besondere Anziehungskraft in den Blick genommen werden, die diese auf die Öffentlichkeit ausüben. Die Arbeit legt den Fokus auf vier europäische Länder - DDR, BRD, die Niederlande und Polen - und untersucht die Rolle, die die Tagebücher bei der Ausgestaltung der nationalen und transnationalen Erinnerungskultur spielten. Hierbei geht es zum einen um die verschiedenen nationalen Reaktionen auf die Veröffentlichungen der Tagebücher und zum anderen um die Rolle staatlicher Akteure und Individuen bei der Veröffentlichung sowie Verbreitung der Tagebücher innerhalb nationaler Grenzen und darüber hinaus. Schließlich soll der Einfluss der Tagebücher auf die nationale und transnationale Erinnerungskultur zum Zweiten Weltkrieg und Holocaust erforscht werden.


Forschungsschwerpunkte

  • Transnationale Erinnerungskultur
  • Kriegsfilme und -literatur
  • Antisemitismus im Nachkriegseuropa
  • Europäische Kulturgeschichte

 

Funktionen und Mitgliedschaften

  • Mitglied American Comparative Literature Association (ACLA)
  • Mitglied der Royal Netherlands Historical Society