Professor Piotr Majewski

Curriculum Vitae


Piotr M. Majewski, geboren 1972, arbeitet an der Universität Warschau. Sein Forschungsschwerpunkt liegt auf der tschechoslowakischen Geschichte und auf den tschechisch-deutschen Beziehungen im 19. und 20. Jahrhundert. Außerdem forscht er zur polnischen Außenpolitik nach 1945 sowie zur Zwangsmigration in Europa während des Zweiten Weltkriegs. Seit 2009 ist er stellvertretender Direktor des Museums des Zweiten Weltkriegs in Danzig, wo er für die Entwicklung der Dauerausstellung verantwortlich ist. Im Jahr 2009 war Piotr Majewski Mitglied des Wissenschaftlichen Beirats der Ausstellung "Deutsche und Polen. Abgründe und Hoffnungen" im Deutschen Historischen Museum in Berlin. Außerdem lehrte er 2006/2007 als Gastdozent an der Ludwig-Maximilian Universität in München. Den Großteil seiner akademischen Karriere verbrachte er an der Warschauer Universität, von der er 2008 habilitiert sowie im Jahr 2000 promoviert wurde und an der er 1996 sein Studium der Geschichtswissenschaft abschloss.


Forschungsprojekt am Kolleg


Das Forschungsprojekt befasst sich mit der Kollaboration in den Protektoraten Böhmen und Mähren während des Zweiten Weltkriegs. Sein Forschungsziel ist die Analyse der Formen und Ausprägungen dieses Phänomens unter Beachtung der kriegsbedingten Veränderungen des politischen sowie sozialen Hintergrunds. Die Arbeit wird nicht nur die erzwungene Kooperation der tschechischen mit den deutschen Behörden untersuchen, sondern darüber hinaus auch die ideologisch motivierte Kollaboration einiger Einzelpersonen, wie zum Beispiel Journalisten, und rechtsextremistischer Gruppierungen. Des Weiteren soll das Phänomen des attentisme betrachtet werden, sowie auch weniger bekannte und eindeutige Fälle von Kollaboration, die in Kultur, Wirtschaft und dem alltäglichen Leben gefunden werden können. Im Mittelpunkt des Projektes sollen die Fragen nach der Wahrnehmung der Kollaboration seitens der tschechischen Gesellschaft und die Mechanismen der Kollaboration stehen. Was wurde als eine legitime Kooperation mit den Besatzern akzeptiert oder wenigstens toleriert und was wurde als nationaler Verrat empfunden? Was veranlasste bestimmte Menschen oder Gruppen dazu mit den Deutschen zu kollaborieren? Wie versuchte die Obrigkeit des Dritten Reiches eine Kollaboration zu intensivieren?


Forschungsschwerpunkte


  • Geschichte der Tschechoslowakei und der tschechischen Gebiete
  • Tschechisch-deutsche Beziehungen im 19. und 20. Jahrhundert
  • Polnische Außenpolitik nach 1945
  • Zwangsmigration in Europa während des Zweiten Weltkriegs
  • Rolle der Museen bei der Entwicklung der Erinnerungskultur des Zweiten Weltkriegs
  • Geschichte der Universität Warschau




Positionen und Mitgliedschaften


  • stellvertretender Direktor des Museums des Zweiten Weltkriegs in Danzig