Margarete (Rita) Zimmermann
Curriculum Vitae  


Margarete (Rita) Zimmermann ist seit Mai 2016 assoziiertes Mitglied am Imre Kertész Kolleg und seit Februar 2013 Doktorandin an der Friedrich Schiller Universität Jena mit einem Promotionsstipendium der Heinrich Böll Stiftung. Oktober 2010 bis Februar 2013 war sie als Ko-Leitung bei der Konzeption und Durchführung von Fortbildungskursen für Geschichtslehrer*innen bei der Gedenkstätte für politische Verfolgungen "Perm-36" in Perm (Russland) beschäftigt. Im Jahr 2010 hat Zimmermann ihr Magisterstudium in Osteuropäischer Geschichte, Ostslawistik und Interkultureller Wirtschaftskommunikation abgeschlossen.
  

Forschungsprojekt am Kolleg



Sieg über das Böse. Die Geschichtspolitik der postsowjetischen Russischen Orthodoxen Kirche zwischen Tradition und Wandel.

Die Gewalterfahrungen des 20. Jahrhunderts führen im postsowjetischen Raum bis heute zu einem Kampf um Deutungshoheit über die Vergangenheit, was auch die kirchliche Geschichtspolitik beeinflusst. Die Analyse der Kommunikationsbedingungen und -formen der reziproken Beziehung zwischen Kirche, Staat und Öffentlichkeit steht im Zentrum meines Dissertationsprojektes in der Osteuropäischen Geschichte, dessen Ziel es ist, eine theoretisch fundierte Methode zum Verständnis der Prozesse und Mechanismen von Wahrnehmung, Deutung und Instrumentalisierung der sowjetischen Geschichte durch die Russische Orthodoxe Kirche (ROK) vorzulegen. Der untersuchte Zeitraum erstreckt sich vom Zerfall der Sowjetunion bis in die Gegenwart, wobei ich mich vor allem für die Art und Weise interessiere, wie die Erinnerung an das 20. Jahrhundert vermittelt wird - sowohl auf der obersten Hierarchieebene als auch in den Gemeinden vor Ort. Mit meiner Arbeit verfolge ich zwei Ziele: Zunächst soll eine Fallstudie zur Entwicklung des religiös konnotierten geschichtspolitischen Diskurses seit dem Ende der Sowjetunion vorgelegt werden. Die Geschichtspolitik der ROK dient dabei als Prisma für gesamtgesellschaftliche Vorgänge; aus Zeitgeschichte wird "eine Problemgeschichte der Gegenwart", wie es Hans Günther Hockerts formuliert. Doch die Untersuchung bliebe beliebig und über den Einzelfall hinaus wenig anschlussfähig, wenn sie nicht in eine fundierte Theorie und ein durchdachtes methodisches Vorgehen eingebettet wäre. Hierauf liegt der zweite Schwerpunkt.


Forschungsschwerpunkte


  • Sowjetische und postsowjetische Geschichte
  • Geschichtspolitik
  • Kirchengeschichte
  • Populismus und Hegemonie