Professor Daniela Koleva

Curriculum Vitae


Daniela Koleva ist Dozentin am Institut für Geschichte und Kulturtheorie an der Universität Sofia und war dort von 2002-2007 ebenso stellvertretende Dekanin der Philosophischen Fakultät. Sie hat verschiedene Forschungsstipendium erhalten, so zum Beispiel 2008 und 2010 vom ZRC (Forschungszentrum) der Slowenischen Akademie der Wissenschaften und Künste, von der ECASS University of Essex (2009), vom Geisteswissenschaftlichen Zentrum für Geschichte und Kultur Ostmitteleuropas Leipzig (2008), vom Wissenschaftskolleg zu Berlin (2004), von der EHESS Paris (2003) sowie der MSH Paris (2002). Daniela Koleva war Gastdozentin unter anderem an der Universität Regensburg, Tübingen, Lund und Olomouc sowie in den Jahren 2006 und 2009 Gastprofessorin an der Universität Fribourg.


Forschungsprojekt am Kolleg



Der Exodus der bulgarischen Juden nach dem Zweiten Weltkrieg und dessen Auswirkungen: Transnationales und generationenübergreifendes Erinnern

Das Projekt nähert sich der Massenemigration der bulgarischen Juden nach Israel (1948-1949) und dessen Auswirkungen vor allem unter dem Blickpunkt der Erfahrungen der Akteure. Wie wurden Entscheidungen getroffen? Was waren die Motivationen der Menschen, die Bulgarien verließen und emigrierten? Was waren die Argumente derjenigen, die diesen Schritt nicht wagten und im Land blieben? Wie haben sie sich dabei gefühlt? Wie konnten Verwandte in der Zeit des Kalten Krieges weiterhin Kontakt zwischen den beiden Ländern halten? Welche Erinnerungen und Geschichten wurden an die nächste Generation weitergegeben?Diese Fragen stellen nicht institutionelle Regelungen, Ideologien und Strategien in den Vordergrund der Betrachtung, sondern vielmehr Subjektivität, Handlungen, Erfahrungen, Einstellungen und Stimmungen. Aus diesem Grund basiert das Projekt in erster Linie auf 35 Interviews zur Lebensgeschichte älterer Juden in Bulgarien und Israel. Mit dieser spezifischen Perspektive versucht die Arbeit eine Lücke in der Forschung zu den bulgarischen Juden im 20. Jahrhundert zu schließen. Während ihr Schicksal während des Zweiten Weltkriegs nicht nur ein wichtiges Forschungsthema, sondern auch ein bedeutender Bestandteil der Erinnerungspolitik ist, überschattet dies gleichzeitig den jüdischen Exodus der Nachkriegszeit. Dieses Phänomen und damit auch - in noch stärkerem Maße - die Konsequenzen der Massenemigration für die Migranten sowie für ihre im Land verbleibenden Verwandten, wurde bisher noch kaum erforscht.


Forschungsschwerpunkte


  • Oral History
  • interdisziplinäre Gedächtnisforschung
  • Anthropologie des Sozialismus und Postsozialismus
  • Geschlechterforschung
  • Kulturelles Erbe
  • Sozialkonstruktionismus



Funktionen und Mitgliedschaften


  • Mitglied des wissenschaftlichen Beirates des Neuen Europäischen College, Bukarest
  • Mitglied des Beirats des Instituts für die Erforschung der Neuesten Geschichte, Sofia
  • wissenschaftliche Mitarbeiterin am Zentrum für weiterführende Studien, Sofia 
  • Mitglied des Hauptausschusses des Regional Research Promotion Programme Western Balkans, Fribourg University/ Swiss Agency for Development and Cooperation
  • Gründungsmitglied des Netzwerks Cultural Literacy in Europe (CLE)
  • Mitglied der Internationalen Gesellschaft für Südosteuropäische Anthropologie 
  • stellvertretende Vorsitzende des Ausschusses Individuals, Societies, Cultures and Health, COST - Programm (2011-2014)
  • nationale Repräsentantin Bulgariens im Ausschuss zur Priorität 7, FP6 sowie der Priorität 8 (Sozialwirtschaft und Geisteswissenschaften) (2005-2013) 
  • Gremienmitglied der Geschichtswerkstatt Europa, Universität Leipzig/ Viadrina Universität/ Stiftung "Erinnerung, Verantwortung und Zukunft" (2008-2013) 
  • Mitglied des Redaktionsbeirates bei: Bulgarska Etnologia, Seminar-bg; Oral History Journal, Martor Anthropology Review, Region, L'Homme. Zeitschrift für feministische Geschichtswissenschaft
  • wissenschaftliche Expertin für: die Europäische Kommission bei Projekten zu H2020; COST; Latvia Research Assessment Exercise (2013); Foundation for Baltic and East European Studies (Östersjöstiftelsen), Sweden