Dr. Emily Gioielli

Curriculum Vitae


Emily Gioielli ist seit Mai 2016 Fellow am Imre Kertész Kolleg Jena. Sie ist außerdem Gastprofessorin am Historischen Institut des College of William & Mary in Virginia in den USA. Ihre Forschungsschwerpunkte sind die mittelosteuropäische Frauen- und Geschlechtergeschichte des 20. Jahrhunderts, die europäische Geschichte zwischen 1914-1945 sowie die Geschichte der Gewalt. Emily Gioielli wurde 2015 im Bereich der Vergleichenden Geschichtswissenschaft an der Zentraleuropäischen Universität Budapest promoviert. Sie hat sowohl vom American Council of Learned Societies als auch vom Jacob Rader Marcus Center of the American Jewish Archives Forschungsstipendien erhalten und ist Redaktionsmitglied der Zeitschrift East Central Europe.


Forschungsprojekt am Kolleg



Emily Gioielli arbeitet momentan an einer Monographie mit dem Titel "Heimatfront, Kommune und Horthyland. Frauen, Geschlechterverhältnisse und politische Gewalt in Ungarns Langem Ersten Weltkrieg". Mithilfe eines interdisziplinären Zugangs soll die soziale mit der internationalen Geschichte von Ungarns Langem Ersten Weltkrieg verbunden und dies aus einer geschlechterspezifischen Perspektive betrachtet werden. Das Projekt untersucht, wie Menschen in der Zwischenkriegszeit Gewalt und die Übergangsjustiz für ihren Versuch genutzt haben, "traditionelle" soziale und politische Beziehungen zu rekonstruieren und zu steuern, während sie gleichzeitig bestimmte Gruppen, wie Frauen und Juden, marginalisierten und als "Linke" bezeichnet haben. Indem die Autorin Kontinuitäten und Brüche zwischen der Vorkriegs-, der Kriegszeit und der Zeit nach dem Waffenstillstand herausarbeitet, analysiert sie die wichtige Rolle, die Frauen in dem ideologisch aufgeheizten und gewalttätigen Klima im Ungarn dieser Zeit spielten. Das Projekt untersucht weiterhin die komplexen und oftmals widersprüchlichen Effekte, die physische Gewalt und andere Formen der Repression auf die Geschlechterverhältnisse in den Jahren 1914-1925 hatten. Neben der ungarischen Innenpolitik nimmt die Arbeit auch die wichtige Rolle des Geschlechterverhältnisses in den Blick, das im Zusammenhang mit Klasse, Ethnizität und ungleichen Mächteverhältnissen zwischen Staaten, das politische und humanitäre Engagement in Ostmitteleuropa stark prägte. Dies wiederum verdeutlicht die Rolle, die geschlechterspezifische Gewalt in den ideologischen Kämpfen und internationalen Sicherheitsdiskursen spielte, die sich zu Beginn der Russischen Revolution ausbildeten.


Forschungsschwerpunkte


  • Frauen- und Geschlechtergeschichte in Ostmitteleuropa
  • Geschichte der Gewalt
  • Erster Weltkrieg
  • Ostmitteleuropa in der Zwischenkriegszeit
  • Geschichte des Internationalismus



Positionen und Mitgliedschaften


  • Redaktionsassistentin für Rezensionen bei East Central Europe
  • Mitglied des Verbands für Frauen in der Slawistik
  • Mitglied des Amerikanischen Geschichtsverbands
  • Mitglied des Verbands für Slawistik, osteuropäische und eurasische Studien