Dr. Jane Lezina

Curriculum Vitae


Jane Lezina ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Analytical Levada Center, einem unabhängigen soziologischen Forschungsinstitut in Moskau. Sie wurde im Jahr 2010 vom ITM Institute for Advanced Studies Lucca im Bereich Politische Systeme und Institutioneller Wandel promoviert. Ihre Dissertation trägt den Titel "Transformationen der politischen Kultur in post-totalitären Gesellschaften: Westdeutschland nach dem Zweiten Weltkrieg und das postsowjetische Russland in einer vergleichenden Perspektive". 2008 verbrachte sie als Sakharov-Stipendiatin ein Semester am Davis Center for Russian and Eurasian Studies an der Harvard University, Cambridge.2012-2013 arbeitete sie als Stipendiatin der Alexander-von-Humboldt-Stiftung bei der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur in Berlin. In ihrem damaligen Projekt erforschte sie Lustrationsgesetze, die Öffnung der Archive des Ministeriums für Staatssicherheit sowie die allgemeine öffentliche Konfrontation mit der kommunistischen Vergangenheit in Deutschland nach der Wiedervereinigung. Jane Lezinas wissenschaftliches Interesse konzentriert sich auf demokratische Transformationsprozesse in post-autoritären und post-totalitären Gesellschaften, Übergangsmaßnahmen der Justiz und schließlich auf die politische und kulturelle Geschichte der postkommunistischen Staaten in Mittel- und Osteuropa.


Forschungsprojekt am Kolleg


Die ukrainischen Lustrationsgesetze im Kontext der Übergangsregelungen der Justiz im postkommunistischen Europa Das Forschungsprojekt befasst sich mit den ukrainischen Lustrationsprozessen vor dem Hintergrund der Übergangsregelungen der Justiz, die von anderen postkommunistischen Ländern Mittel- und Osteuropas erlassen wurden, um die Geheimdienstagenten und Parteifunktionäre der kommunistischen Ära vom Zugang zu den neuen Machtstrukturen auszuschließen. Indem die Eigenheiten des ukrainischen Lustrationsprozesses und dessen soziale Effekte im Kontext der postkommunistischen Transformation betrachtet werden, legt das Forschungsprojekt seinen Schwerpunkt auf die Kontexte, in denen Lustrationsgesetze in der Ukraine und in anderen ost- und mitteleuropäischen Staaten erlassen wurden. Außerdem soll es der Arbeit um die Ziele und Resultate dieser Gesetze gehen, um die wichtigsten Diskurse und Debatten, die die Entkommunisierung umgaben und schließlich um die Auswirkungen der Lustration auf das Vertrauen der Bevölkerung in staatliche Institutionen sowie - in weiterem Sinne - auf die demokratische Konsolidierung.Das Hauptaugenmerk des Forschungsprojektes liegt auf den Konsequenzen des einzigartigen ukrainischen "zweiten Übergangs", welcher Übergangsregelungen der Justiz mit sich brachte, die zwei diktatorische Perioden einschloss: das sowjetische totalitäre System (1917-1991) und die Zeit der autoritären Führung des damaligen Präsidenten Viktor Yanukovich (2010-2014).


Forschungsschwerpunkte


  • Transformationsprozesse in post-autoritären und post-totalitären Gesellschaften
  • Übergangsphasen der Justiz
  • Politik der Erinnerungskultur in postkommunistischen Staaten
  • sowjetische Geschichte
  • Geschichte des Gulag