Professor Elena Marushiakova

Curriculum Vitae



Elena Marushiakova arbeitet am Lehrstuhl für balkanische Ethnologie am Institut für Ethnologie und Volkskunde an der Bulgarischen Akademie der Künste. 2015 war sie "Leverhulme"-Gastdozentin an der University of St. Andrews, UK sowie 2013-2014 Fellow am Internationalen Graduiertenkolleg "Arbeit und Lebenslauf in globalgeschichtlicher Perspektive", kurz re:work, an der Humboldt-Universität Berlin. Im Jahr 2009 erhielt sie den Fulbright New Century Scholars Award und 2006-2007 leitete sie das Forschungsprojekt Dynamics of National Identity and Transnational Identities in the Process of European Integration, das vom Jean Monnet Projekt (CER 2006-051) finanziert wurde. 2001-2004 arbeitete sie im Rahmen des SFB 586 "Differenz und Integration" der Universitäten Leipzig und Halle. Schließlich war sie nach 1989 Mitbegründerin der Gesellschaft für Minderheitenstudien Studii Romani und war an einer Vielzahl nationaler und internationaler Forschungsprojekten beteiligt.


Forschungsprojekt am Kolleg


Das Hauptziel des Forschungsprojektes "In Richtung Moderne: Roma-Organisationen in der Zwischenkriegszeit" ist die Darlegung der Gründe der sich herausbildenden strategischen Visionen und spezifischen Absichten der Roma-Organisationen in den Ländern Mittel-, Ost- und Südosteuropas in der Zeit zwischen den beiden Weltkriegen. Der Ausgangspunkt der Forschung ist die Tatsache, dass die Roma kein hermetisch isoliertes soziales und kulturelles System bilden. Sie existieren in zwei Dimensionen: als separate ethnische Gemeinschaften und als ein Teil der Makrogesellschaft, in der sie in den betreffenden Nationalstaaten leben. Schließlich werden auch sie durch Modernisierungsprozesse der jeweiligen Gesellschaften stark beeinflusst. Gemeinsam mit den Mitgliedern der Makrogesellschaft erleben sie die Zusammenbrüche alter Reiche und die Gründung von Nationalstaaten. Auf dem gewaltigen Gebiet, aus dem letztlich die Sowjetunion hervorging, wurden sie in den Aufbau eines neuen politischen Systems miteinbezogen. Zum einen konzentriert sich die Arbeit auf die Aktivitäten der bedeutendsten Roma-Organisationen sowie auf Leben und Schriften ihrer Mitglieder im 20. Jahrhundert und betrachtet dabei die kontroversen und mehrdimensionalen Ideen der Entwicklung ihres Volkes. Zum anderen soll der Durchbruch der politischen Moderne, die Debatten in diesem Zusammenhang sowie die Auffassungen, die in ihren verschiedenen nationalen Projekten verkörpert wurden, in einer transeuropäischen Perspektive diskutiert werden. Diachronische Analysen verschiedener Visionen werden zeigen, inwiefern sich die unterschiedlichen nationalen Projekte gegenseitig beeinflussten. Demnach betrachtet die Forschungsarbeit die Roma als einen untrennbaren Teil der modernen politischen Ideengeschichte Europas.


Forschungsschwerpunkte:


  • Roma-Studien
  • transnationale Geschichte
  • globale Studien
  • ethnische und Minderheitenstudien
  • Nationenbildung
  • Ethnografie Osteuropas
  • Oral History
  • Slawistik




Funktionen und Mitgliedschaften


  • Vorsitzende der Gypsy Lore Society (gegründet 1888 in Großbritannien)
  • Gründungsmitglied sowie Mitglied des Studienausschusses des Europäischen Netzwerks der Roma-Studien
  • Mitglied des International Committee for Museums Ethnography at International Council of Museums at UNESCO
  • Mitglied der Studiengruppe Musik und Minderheiten am Internationalen Kollegium für Traditionelle Musik
  • Mitglied der Central Eurasian Studies Society
  • Mitglied der Internationalen Union für Anthropologische und Ethnologische Wissenschaften
  • Redaktionsmitglied bei: Romani Studies; Studia Romologica; Bulletin Muzea romské kultury; International Journal of Romani Language and Culture; Journal of Gypsy studies, Научное обозрение, Серия 2 Гуманитарные науки; Peter Lang Book Series 'Nationalisms Across the Globe'