Professor Ana Dević

Curriculum Vitae


Ana Dević ist Professorin am Institut für Soziologie an der Fatih Universität. Von 2011 bis 2012 arbeitete sie am Institut für Politikwissenschaft der Doğus Universität. Außerdem ist sie seit 2007 Gastprofessorin am politikwissenschaftlichen Institut der Universität in Bologna. In den Jahren 2007-2009 war sie als Dozentin an der University of Glasgow, am Institut für Soziologie und Anthropologie, tätig, und von 2002-2006 ebenfalls als Dozentin für Politische Soziologie an der Universität in Aarhus. Vor ihrem Forschungsstipendium vom Zentrum für Entwicklungsforschung der Universität Bonn (2001-2002), hielt sie ein zweijähriges Post-Doc-Stipendium der Brown University Watson, am Institut für Internationale Angelegenheiten. Sie promovierte an der University of California in San Diego im Fachbereich Soziologie und erhielt ihren Master in Entwicklungsstudien vom Institut für Sozialwissenschaften in Den Haag (Universität Rotterdam) sowie ihren Bachelor in Wirtschaftswissenschaften von der Universität in Novi Sad, Jugoslawien. In den Jahren 2014 und 2015 erhielt sie Erasmus-Mundus-Stipendien für 2-8 wöchige Gastprofessuren an den Universitäten in Oviedo (GEMMA-Gender Studies), in Glasgow (Internationaler Master in Russland-, Mittel- und Osteuropastudien) und schließlich in Perpigan ("Crossways in Narratives").


Forschungsprojekt am Kolleg



Soziale Ungleichheiten, Machtlosigkeit und Unzufriedenheit im späten sozialistischen Jugoslawien: Ein Gegenentwurf zum methodologischen Nationalismus

Diese Forschungsarbeit - eine Monographie, die in Kürze veröffentlicht werden soll - untersucht die Debatten um die Definitionsversuche der politischen und ökonomischen Krise, die im Mittelpunkt des akademischen und politischen Interesses im späten sozialistischen Jugoslawien stand. Die Arbeit rekonstruiert die wichtigsten Diskussionspunkte über die Ursachen und Lösungsansätze der sich verschärfenden sozialen Ungleichheiten, der hohen Arbeitslosigkeit und der wachsenden Abhängigkeit von internationalen Finanzinstituten, die als Bedrohung für den sozialistischen Entwicklungsplan, sowohl vom offiziellen Parteidiskurs als auch von kritischen Stimmen aus der akademischen Welt in der Zeit seit Mitte der 1970er Jahre bis zum gewaltsamen Ende des Landes, wahrgenommen und anerkannt wurden. Indem die lokalen Debatten zur Frage "Was stimmte nicht mit dem jugoslawischen Sozialismus?" nachgezeichnet werden, wird eine neue Sichtweise auf den Vorabend des Zusammenbruchs des jugoslawischen Staates angenommen, die sich vom sonst üblichen Schwerpunkt des ethnischen bzw. Nationalitätenkonflikts unterscheidet. Der reiche Korpus an sozialwissenschaftlichen Debatten und an Polemik zwischen den Wissenschaftlern und den Diskussionen des Bundes der Kommunisten während der 1970er Jahre bis in die frühen 1990er, zusammen mit den damals neuen politischen Perspektiven im Bereich der Popkultur und in den zivilgesellschaftlichen Diskussionen, bleiben nach wie vor in der Forschung zum jugoslawischen Kollaps weitestgehend unbeachtet. Die Folge dieser "Amnesie" ist die Prävalenz der nationalistischen Methode bei der Untersuchung der Gründe und des Verlaufs des gewaltsamen Zusammenbruchs des jugoslawischen Staates.


Forschungsschwerpunkte


  • Nationalismus und Antinationalismus
  • Intellektuelle und Wissen (vergleichende Geschichte)
  • Instrumentalisierung der Ethnizität, Religion und Demokratie
  • sozialistisches Jugoslawien und die jugoslawischen Nachfolgestaaten
  • UdSSR und die sowjetischen Nachfolgestaaten
  • westliche Interventionen und Demokratiehilfe in postsozialistischen Staaten
  • Film als Methode der Konfliktanalyse
  • Geschlechtergeschichte und Feminismus
  • Soziale Bewegungen im (Post-)Sozialismus und in der Türkei




Positionen und Mitgliedschaften


  • 2009 bis heute: Mitglied des redaktionellen Beirats, PECOB (Portal on Central-Eastern and Balkan Europe, University of Bologna), Veröffentlichung von Büchern und wissenschaftlichen Aufsätzen
  • 2002-2010: Vorstandsmitglied, Interdisciplinary Gender Studies Program, University of Novi Sad
  • Association for the Study of Nationalities (Gesellschaft für die Untersuchung von Nationalitäten)
  • International Studies Association
  • Italian Association for Middle Eastern Studies (Italienische Gesellschaft für Nahoststudien)