Professor Roumen Daskalov

Curriculum Vitae



Roumen Daskalov ist Professor für Neueste Geschichte an der Neuen Bulgarischen Universität in Sofia sowie wiederkehrender Gastprofessor an der Zentraleuropäischen Universität Budapest. Er promovierte an der St. Kliment Ohridski Universität Sofia, von der ihm ebenfalls der Master verliehen wurde. Darüber hinaus erhielt er zahlreiche Fellowships wie das Jean-Monnet Fellowship am European University Institute in Florenz, das Fellowship am St. John's College an der Oxford University, weiterhin das Mellon Fellowship am Institute for Advanced Study in Princeton, das Fulbright Fellowship an der University of Maryland - College Park, das Humboldt Fellowship an der Freien Universität in Berlin, ein Fellowship am Netherlands Institute for Advanced Study (NIAS), und schließlich erst kürzlich ein Stipendium des Europäischen Forschungsrats. Roumen Daskalov ist der Autor von zehn Büchern und hat bis heute mehr als 50 Artikel in Sammelbänden und Zeitschriften veröffentlicht.


Forschungsprojekt am Kolleg


Meistererzählungen des bulgarischen Mittelalters

Das Anliegen des Projektes ist die Erforschung der bulgarischen Meistererzählungen, insbesondere während des Mittelalters und der osmanischen Herrschaft. Das nationale Narrativ, das in den Blick genommen werden soll, umfasst die beiden bulgarischen Königreiche des Mittelalters und die Periode der byzantinischen Herrschaft zwischen ihnen sowie den Zeitraum der osmanischen Herrschaft bis hin zur Moderne. Die Basis für die Forschung wurde von den so genannten "romantischen" Geschichten der Amateurhistoriker während der Epoche der nationalen Wiederbelebung unter den Osmanen gelegt. Die Meistererzählung wurde von der neuen kritischen "wissenschaftlichen" Historiographie der "bürgerlichen" Epoche weiter ausgeführt und schließlich von der immer nationalistischer werdenden Geschichtsschreibung während der kommunistischen Herrschaft geprägt. Für eine gewisse Zeit wurde sie in den 1950er Jahren durch die Gegenerzählung der militanten stalinistischen Historiographie - mit ihren sozio-ökonomischen Formationen, Klassen und Klassenkämpfen - in Frage gestellt, aber selbst hier blieb sie stets fest im nationalen Rahmen mit eindeutig nationalistischem Unterton verankert. Die Dominanz der nationalen Meistererzählung bestand auch nach dem Ende des Kommunismus fort, allerdings nicht unangefochten. Seitdem gab es immer wieder neue und reflexive Herangehensweisen, die den nationalistischen Projektionen kritischer gegenüberstehen.

Forschungsschwerpunkte

  • Modernisierung
  • Moderne Sozialgeschichte
  • Historiographie Bulgariens und des Balkans
  • Die verschränkte und miteinander verbundene Geschichte des Balkans
  • Die Soziologie Max Webers



Funktionen und Mitgliedschaften:


Mitglied des redaktionellen Beirats:

2002-2005 - "Contemporary European History". Cambridge University Press
1994-1999 - "Studia Culturologica", veröffentlicht in Bulgarien
1991-1992 - "Izbor", veröffentlicht in Bulgarien

Gesellschaften:

Academia Europaea (seit 2013)
The Balkan Anthropological Association (1998-1999)
American Association for the Advancement of Slavic Studies (AAASS) in 2000-2002

Beiratsmitglied:

Institute for the Study of the Recent Past (Sofia)
Experte:

Gutachter für die Europäische Kommission für die Projekte FP 6 und FP 7