Professor Kristen R. Ghodsee

Curriculum Vitae



Kristen R. Ghodsee erwarb ihren Doktortitel an der University of California in Berkeley und ist Ethnographin sowie Professorin für Frauen- und Geschlechterforschung am Bowdoin College in den USA. Ihre Forschungsinteressen umfassen sowohl die geschlechterspezifischen Auswirkungen der Transformationen nach dem Kalten Krieg als auch ethnographische Untersuchungen zur Erinnerungskultur, Geschichte und Nostalgie in Osteuropa. Kristen R. Ghodsee wurde mit zahlreichen Stipendien und Ehrungen ausgezeichnet. So war sie 2014-2015 Fellow am Freiburg Institute for Advanced Study (FRIAS), 2010-2011 am Radcliffe Institute for Advanced Study an der Harvard University, 2006-2007 am Institute for Advanced Study in Princeton, New Jersey sowie 2005-2006 am Woodrow Wilson International Center for Scholars. Im Jahr 2012 erhielt sie ein John-Simon-Guggenheim-Stipendium für ihre Arbeit im Bereich der Anthropologie und der Kulturwissenschaften.


Forschungsprojekt am Kolleg



Women in Red: Communist Mass Women's Organizations and International Feminism during the Cold War (Frauen in Rot: Kommunistische Frauenmassenorganisationen und internationaler Feminismus während des Kalten Krieges)


Die Forschungsarbeit Women in Red untersucht die transnationalen Verbindungen zwischen Frauen aus den Ländern des ehemaligen Ostblocks und fortschrittlichen Frauenbewegungen in Afrika. Während des Kalten Krieges entwickelten die Frauenkomitees der sozialistischen Staaten fruchtbare bilaterale Beziehungen zu Frauen in vielen der neuen unabhängigen Länder Afrikas als Teil eines umfassenden Programms des politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Austausches zwischen der "Zweiten" und der "Dritten Welt". Indem es auf ethnographische Interviews und umfangreiches Archivmaterial zurückgreift, stellt das Buch eine interdisziplinäre Untersuchung der oftmals vergessenen Verbindungen zwischen Afrika und Osteuropa aus der Sicht der Frauenorganisationen dar.

Die Arbeit skizziert die Geschichte des internationalen sozialistischen Frauenaktivismus anhand zweier Fallbeispiele und betrachtet hierbei zum einen das Bulgarian Women's Movement (CBWM) und zum anderen die United National Independence Party (UNIP) Women's League of Zambia. Eine Kernthese des Buches besagt, dass die staatssozialistischen Frauenorganisationen eine Schlüsselposition während der U.N. Decade for Women (1975-1985) innehatten. Durch das Schmieden von Bündnissen mit Frauenorganisationen aus Entwicklungsländern regten die Osteuropäerinnen eine Diskussion darüber an, welches ökonomische System eine größere de facto und de jure Gleichheit für Frauen bieten könne. Von der daraus resultierenden Rivalität profitierten schließlich alle Frauen - egal, ob sie in der "Ersten", der "Zweiten" oder "Dritten Welt" lebten.


Forschungsschwerpunkte 


  • Kalter Krieg
  • Frauen- und Geschlechtergeschichte
  • Osteuropa
  • Erinnerungskultur des Kommunismus
  • Ethnographie
  • Bulgarien 



Funktionen und Mitgliedschaften 


  • 2014-2016: Direktorin der Gesellschaft für Humanistische Anthropologie
  • 2014-2017: Direktorin der Association of Members of the Institute for Advanced Study (AMIAS)
  • seit 2008: Mitglied des Redaktionsgremiums des Women's Studies International Forum
  • seit 2014: Mitglied des Redaktionsgremiums von Contemporary Southeastern Europe
  • seit 2015: Mitglied des Beirates Friends der Group of Social Engagement Studies am Institut für Philosophie und Sozialtheorie an der Universität Belgrad
  • 2011-2013: Vorstandsmitglied der Gesellschaft für die Anthropologie Europas