Zeitgeschichtliches Kolloquium

Kolloquium
Dozenten: Prof. Dr. Norbert Frei, Prof. Dr. Volkhard Knigge, Prof. Dr. Joachim von Puttkamer
Zeit: Mi. 18 - 20 Uhr Ort: Zwätzengasse 4, Seminarraum


Das Zeitgeschichtliche Kolloquium wird von Prof. Dr. Norbert Frei, Prof. Dr. Jörg Ganzenmüller, Prof. Dr. Volkhard Knigge, Prof. Dr. Thomas Kroll und Prof. Dr. Joachim von Puttkamer gemeinsam veranstaltet. Vorgestellt und diskutiert werden vor allem Forschungsentwürfe, laufende Untersuchungen und jüngst abgeschlossene Qualifikationsarbeiten zur Geschichte des 20. Jahrhunderts. Zur regelmäßigen Teilnahme eingeladen und aufgefordert sind insbesondere die Doktoranden, Mitarbeiter und fortgeschrittenen Studierenden der Veranstalter. Willkommen sind alle Angehörigen des Historischen Instituts und der Universität.

Politik und Gesellschaft im sozialistischen Jugoslawien

Seminar
Dozent: Prof. Dr. Joachim von Puttkamer
Zeit: Mo. 16-18 Uhr Ort: Fürstengraben 13, Seminarraum


Jugoslawien stellte unter den sozialistischen Ländern des östlichen Europas einen Sonderfall dar. Wiederbegründet aus dem Partisanenkrieg gegen die deutschen und italienischen Besatzer vollzog Josip Broz Tito 1948 den Bruch mit Stalin. Der Versuch, mit einem Sozialismus auf der Basis konsequenter Arbeiterselbstverwaltung eine dezentrale Ordnung zu schaffen und damit auch die ethnischen Probleme des Landes zu entschärfen, brachte über Jahrzehnte das Paradox einer weltoffenen Diktatur hervor und mündete schließlich doch in erneute Bürgerkriege. Anhand ausgewählter Quellentexte in deutscher und englischer Übersetzung sollen die politische Dynamik und der utopische Überschuss dieses "Experimentes Jugoslawien" ebenso untersucht werden wie ihre gesellschaftlichen Wirkungen und die alltägliche Praxis.
Vorbereitende Literatur: Calic, Marie-Janine: Geschichte Jugoslawiens im 20. Jahrhundert. München: C. H. Beck 2010.

Mitveranstalterin: Ulrike Schult M.A.

Schreibwerkstatt für Doktoranden

Übung
Dozent: Prof. Dr. Joachim von Puttkamer
Zeit: Mo. 18-20 Uhr
Ort: Fürstengraben 13, Seminarraum

Kolloquium - ProExzellenz Kolleg

Kolloquium
Dozenten: Prof. Dr. Norbert Frei, Prof. Dr. Volkhard Knigge, Prof. Dr. Joachim von Puttkamer

Termine:
Mi., 06.05.2015, 14-17 Uhr (Fakultätensitzungszimmer der Rewi/Wiwi, Carl-Zeiss-Str.3)
Mi., 20.05.2015, 14-17 Uhr (Carl-Zeiß-Straße 3 , SR 308)
Mi., 03.06.2015, 14-17 Uhr (August-Bebel-Straße 4, SR 013a)
Mi., 17.06.2015, 14-17 Uhr (Fakultätensitzungszimmer der Rewi/Wiwi, Carl-Zeiss-Str.3)

Die Städte in Ostmittel- und Südosteuropa im 20. Jahrhundert

Seminar
Dozent: Dr. Stanislav Holubec
Zeit: Die. 10-12 Uhr
Ort: Intershop Tower, Seminarraum Imre Kertesz Kolleg


Die Stadtgeschichte gehört zu den Standardschwerpunkten der Historischen Forschung und ihre Erkenntnisse sind grundsätzlich für das Verständnis der Entstehung der modernen Gesellschaften. Das Seminar bietet eine Möglichkeit die Urbanität als sozialgeschichtliches Phänomen zu analysieren. Im Fokus der Analyse werden zwei Städtelandschaften: Ostmitteleuropäische (Polen, Tschechien und Ungarn) und Südosteuropäische Städte (eh. Jugoslawien, Rumänien und Bulgarien). Zeitlich wird der Schwerpunkt gelegt an die Zwischenkriegszeit und den Aufbau des Staatsozialismus. Thematisch gesehen werden folgende Schwerpunkte diskutiert: Urbanisierung, Ausbau der Infrastrukturen, Spezifika der Metropolen und Kleinstädte, soziale Schichtung in den Städten und ihre Multikulturalität, Grenzverschiebungen als Faktor der Stadtentwicklung, Stadtplanung und Architektur, Kriegszerstörung und Wiederaufbau der Städte, neue stalinistische Städte und Städte als Erinnerungsorte.

Tutorium: Die., 8-10 Uhr, Carl-Zeiß-Str. 3, SR 121 (Sebastian Hundt)

Die Suche nach Anerkennung. Über ungarisch-jüdische historische Erfahrungen

Seminar
Dozent: Dr. Ferenc Lörinc Laczó
Zeit: Do. 16-18 Uhr Ort: Carl-Zeiß-Str. 3, SR 122

Das Seminar bietet sowohl eine Überblicksdarstellung der wichtigsten Ereignisse und Entwickelungen der ungarisch-jüdischen Geschichte seit dem 19. Jahrhundert als auch eine Diskussion der zentralen Fragen in ihrer gegenwärtigen Historiographie. Politische Hauptströmungen, wirtschaftsgeschichtliche und sozialgeschichtliche Spezifika werden ebenso beleuchtet wie kulturelle und intellektuelle Errungenschaften. Das Seminar fängt mit einem Panorama der äußerst heterogenen jüdischen Bevölkerung Ungarns an und behandelt danach drei Hauptthemen des 19. Jahrhunderts, nämlich die Debatten über die "Judenfrage", die Frage der Assimilation und Integration, und das Problem der ungleichen Modernisierung. Das zweite Drittel diskutiert die veränderten Verhältnisse nach dem Ersten Weltkrieg. Das Aufkommen des Antisemitismus und der Weg zum ungarischen Holocaust werden im Mittelpunkt stehen. Gleichzeitig werden auch die darauf folgenden ungarisch-jüdischen und ungarischen Reaktionen und Aufarbeitungsprozesse betrachtet. Last but not least werden die Werke einiger der bedeutendsten ungarisch-jüdischen Intellektuellen und gegenwärtige Kontroversen diskutiert. Der Überblick über die ungarisch-jüdischen historischen Erfahrungen wird ständig mit komparativen und transnationalen Ansätzen verknüpft. Die Abschlussveranstaltung wird die Themen der vorherigen Wochen dementsprechend nochmals in ihren gesamteuropäischen Zusammenhängen diskutieren.

Einführende Literatur: Victor Karady, Gewalterfahrung und Utopie: Juden in der europäischen Moderne (Frankfurt, 1999). Géza Komoróczy et al., Jewish Budapest. Monuments, Rites, History (Budapest, 1999). Julia Richers, Jüdisches Budapest. Kulturelle Topographien einer Stadtgemeinde im 19. Jahrhundert (Köln, 2009). Jacob Katz, A House Divided, Orthodoxy and Schism in Nineteenth-Century Central European Jewry (Hanover, NH., 1998). Christian Gerlach und Götz Aly, Das letzte Kapitel. Realpolitik, Ideologie und der Mord an den ungarischen Juden (Stuttgart, 2002).

Tutorium: Mi., 16-18 Uhr, Intershop Tower, Seminarraum Imre Kertesz Kolleg (Daniel Schuch)