Prof. Dr. Bogdan Murgescu

Curriculum Vitae


Bogdan Murgescu ist Professor für Wirtschaftsgeschichte und Direktor der Graduiertenakademie der Universität von Bukarest. Er nahm an verschiedenen internationalen Forschungsarbeiten sowie an Projekten zur politischen Bildung teil. Im Jahr 2004 war er Gastprofessor an der Central European University in Budapest sowie 2002 an der Universität von Pittsburgh. Außerdem war er von 1998-2000 und nochmals im Jahr 2006 im Rahmen eines Roman-Herzog-Fellowships bei der Alexander von Humboldt-Stiftung in Berlin tätig. Er hat zahlreiche Artikel und mehrere Bücher veröffentlicht, darunter eine umfassende Geschichte der rumänischen Wirtschaft von der Frühen Neuzeit bis zur Gegenwart, in der er systematische Vergleiche zu anderen europäischen Ländern anstellt, um die immer größer werdende ökonomische Rückständigkeit Rumäniens zu beweisen. Seine frühere Forschungsarbeit konzentrierte sich auf die frühneuzeitliche Geschichte der rumänischen Fürstentümer sowie auf die Historiographie, geschichtspädagogische Fragestellungen und postkommunistische Transformationsprozesse Südosteuropas.


Forschungsprojekt am Kolleg


Während seines Fellowships in Jena arbeitet Murgescu zusammen mit Dr. Jerzy Lazor am Kapitel "Ökonomische Entwicklung" des Bandes "Umbrüche zur Moderne", der im Rahmen der vierbändigen Geschichte Ostmittel- und Südosteuropas im 20. Jahrhundert erscheinen wird. Unter Einbeziehung statistischer Daten und Erkenntnisse der bereits veröffentlichten Forschungsliteratur soll die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit der mittel- und osteuropäischen Staaten im Laufe des 20. Jahrhunderts beurteilt werden, wobei der Ausgangspunkt der Betrachtungen auf der realen und wahrgenommenen ökonomischen Rückständigkeit der Länder dieser Region liegt. Weiterhin wird gezeigt, wie der Versuch des Aufholens sowohl die Wirtschaftssysteme als auch die Gesellschaften Mittel- und Osteuropas geprägt hat. Das Kapitel enthält zudem einen chronologischen Überblick der wirtschaftlichen Leistungen der regionalen Staaten, in dessen Zusammenhang die Besonderheiten der ökonomischen Entwicklung in sechs aufeinanderfolgenden Zeiträumen diskutiert werden. Des Weiteren wird eine Analyse der wichtigsten Faktoren vorgelegt, die die wirtschaftlichen Muster Mittel- und Osteuropas bestimmten, also eine Analyse der Ausstattung mit natürlichen Ressourcen, der Entwicklung des Bildungskapitals, der Rolle des Staates und seiner Politik, der Institutionen und Pfadabhängigkeiten sowie schließlich der regionalen Interaktionen mit dem Weltmarkt.


Forschungsschwerpunkte 


  • Wirtschafts- und Sozialgeschichte, mit dem Schwerpunkt auf der Langzeitentwicklung von Bildungskapital und den Auswirkungen von Hochschulbildung
  • Geschichte des Kommunismus und postkommunistischer Transformationsprozesse 
  • methodologische und soziologische Aspekte der Geschichtswissenschaft 



Funktionen und Mitgliedschaften 


  • Direktor der Rumänischen Gesellschaft für Geschichtswissenschaft; Herausgeber der Zeitschrift "Studii și articole de istorie"
  • stellvertretender Direktor des Nationalrats der Finanzierung von Hochschulbildung 
  • Mitglied der rumänischen Kommission für Wirtschaftsgeschichte und ökonomischer Ideengeschichte
  • Mitglied des Wissenschaftlichen Beirates am Imre Kertész Kolleg Jena "Europas Osten im 20. Jahrhundert. Historische Erfahrungen im Vergleich", Friedrich-Schiller-Universität Jena
  • Mitglied des Wissenschaftlichen Beirates am Institut für Ost- und Südosteuropastudien der Universität Regensburg
  • Mitglied des geschichtswissenschaftlichen Bildungsausschusses des Zentrums für Demokratie und Versöhnung in Südosteuropa
  • Mitglied des Vorstandes von "EUSTORY. The History Network of Young Europeans" (2001-2012)