Dr. Carolin Leutloff-Grandits

Curriculum Vitae


Carolin Leutloff-Grandits ist von April bis Dezember 2015 Fellow am Imre-Kertész-Kolleg. Als Mitarbeiterin der Abteilung für Südosteuropäische Geschichte und Anthropologie der Universität Graz hat sie Forschungen zu "Familie in Kosovo revisited"(gefördert vom FWF, 2010-14, und von der Austrian Research Liaison, 2009-10) und "Verwandtschaft und soziale Sicherung" (gefördert vom 6. EU-Rahmenprogramm, 2005-7) durchgeführt. Sie hat außerdem zu verschiedenen sozialanthropologischen Kernthemen gelehrt - über mehrere Jahre an der Universität Wien, zudem an den Universitäten Zagreb, Prishtina und an der Humboldt-Universität Berlin. Im Rahmen einer Doktorandenstelle am Max-Planck Institut für ethnologische Forschung hat sie im Jahre 2005 ihre Dissertation im Fach Ethnologie an der Universität Halle/Saale abgeschlossen. Frau Leutloff-Grandits hat an der Universität Freiburg, an der Universität Edinburgh und an der Freien Universität Berlin Ethnologie, Geschichte und Philosophie studiert.


Forschungsprojekt am Kolleg


In meiner Projektzeit am Imre-Kertész-Kolleg in Jena arbeite ich an der Fertigstellung meines Manuskriptes zu "Families and Solidarity in a Translocal Space: The Case of Kosovo-Albanians from Opoja". Darin betrachte ich Migration als Strategie der sozialen Sicherung im Kosovo, zumal im heutigen Kosovo die Arbeitslosigkeit mit durchschnittlich ca. 50 Prozent extrem hoch ist, während der Staat kaum soziale Sicherungsleistungen bietet. Migration wurde aber schon in sozialistischer Zeit praktiziert. Seit den 1960er Jahren arbeiteten hauptsächlich männliche Familienmitglieder im westeuropäischen Ausland und viele Familien hatten Migration in ihren Alltag wie auch ihre Zukunftsperspektiven integriert. In meinem Manuskript setze ich mich mit dem Wandel innerhalb der Familien im Rahmen gesellschaftlicher Veränderungen im Kosovo, insbesondere durch und nach dem Krieg in den 1990ern, wie auch der Migrationsregime westeuropäischer Staaten auseinander. Dabei spielen Themen wie Familiennachzug, multi-lokale bzw. transnationale Haushaltsstrategien, Heiratsmigration und undokumentierte Migration eine zentrale Bedeutung. Daran anschließend frage ich nach der Transformation von Generationen- und Gender-Beziehungen wie auch nach familiärer Zugehörigkeit und Solidarität im transnationalen Rahmen. Die transnationale bzw. translokale Perspektive auf Familie und soziale Sicherung trägt dabei zu unserem Verständnis von Europa und der zunehmenden Mobilität und Globalisierung bei. Das Manuskript bezieht sich auf eine vom Österreichischen Forschungsfonds (FWF) geförderte Forschung, in welcher ich Familiennetzwerke zwischen der Region Opoja im Süden des Kosovo wie auch Österreich und Deutschland mit Hilfe eines qualitativen, sozialanthropologischen Forschungszugangs genauer untersucht habe. Eine in den 1980er Jahren von Janet Reineck in der Region Opoja durchgeführte Forschung dient als Vergleichsrahmen.


Forschungsschwerpunkte


  • Transnationalismus, Translokalität, Migration und Mobilität
  • Soziale Sicherung
  • Familie und Verwandtschaft
  • Grenzen in Europa und Europäisierung
  • Ethnische und soziale Konflikte, Gewalt
  • Eigentumsbeziehungen
  • Post-Sozialismus
  • Post-Kalter-Krieg-Ära



Funktionen und Mitgliedschaften


  • InASEA (International Association for South Eastern European Anthropologists): committee member and treasurer
  • DGV (German Association for Social Anthropology): member, deputy of the Working group "Migration"
  • EASA (European Association for Social Anthropology): member
  • SIEF (International Society for Ethnology and Folklore): member 
  • COST EastBordNet: Remaking Eastern borders in Europe: committee member (2008-2013)
  • Ethnologia Balkanica (Scientific Journal): editorial board member
  • Studia Ethnologica Croatica (Scientific Journal): advisory board member