Reihe: Polnisches Kino in Jena - 04: Wałęsa. Człowiek z nadziei/ Wałęsa. Mann der Hoffnung

Filmplakat Czlowiek z nadziei/ Walesa. Mann der Hoffnung

Regie: Andrzej Wajda, PL 2013, 127 min, OmeU
Jahrzehntelang hatte sich der Altmeister des polnischen Kinos Andrzej Wajda darüber beklagt, dass es nach seinem "Mann aus Eisen" (1981) kein polnischer Regisseur mehr gewagt hatte, die für die polnische Identität so wichtige Entstehung und Entwicklung der "Solidarność" für ein breites Publikum zugänglich darzustellen. Lediglich Volker Schlöndorff näherte sich 2007 dem Thema in seinem Epos "Strajk. Die Heldin von Danzig". Wajda blieb also nichts anderes übrig: Er musste den Film selbst drehen.
Wajdas neuester Film, der bei den Filmfestspielen in Venedig 2013 seine Premiere feierte, ist jedoch kein pathetisches Panorama, sondern eine Lebensgeschichte - die des Streik-Anführers Lech Wałęsa. Robert Więckiewicz (bekannt aus "In Darkness", "Courage" und "Wieviel wiegt das trojanische Pferd?") spielt den Gewerkschaftsführer als normalen Menschen - als Ehemann, Vater und Arbeiter. Der Film erzählt die Geschichte der ersten Massenprotestbewegung im staatssozialistischen Ostmitteleuropa mit dem Blick auf eine kleine Wohnung in einem Danziger Plattenbau.
Das Imre Kertész Kolleg Jena und das Polnische Institut Leipzig bringen seit Mai 2013 Polen in Jena auf die Leinwand. Aktuelle Produktionen und ausgewählte Klassiker der polnischen Kinematografie zeigen unseren Nachbarn und seine Auseinandersetzung mit der kommunistischen Vergangenheit - als Drama und Komödie.
Alle Filme werden kurz von Wissenschaftlern des Imre Kertész Kollegs eingeführt, die nach den Vorführungen auch für Gespräche mit dem Publikum zur Verfügung stehen.
Einführung und Diskussionsleitung: Włodzimierz Borodziej, Co-Direktor des Imre Kertész Kollegs
Eine Kooperation des Imre Kertész Kollegs an der Friedrich-Schiller-Universität Jena, des Polnischen Instituts Leipzig und des Kinos im Schillerhof.
Datum: Montag, 20. Januar 2014
Zeit: 19:00 Uhr
Ort: Kino im Schillerhof, Jena, Helmboldstraße 1
Eintritt: 6 Euro, 4 Euro ermäßigt

Podiumsgespräch "Der Konflikt um die Ukraine: Fragen und Hintergründe"

Termin: Dienstag, 11. März 2014, 18:00 Uhr, c.t.
Ort: Hörsaal 24, Universitätshauptgebäude (Fürstengraben 1)

Die Entwicklungen in der Ukraine in den letzten Wochen und Tagen sind beängstigend und verunsichern: Mitten in Europa wird auf Demon­stranten geschossen, Verwaltungsgebäude in den Provinzen werden gestürmt, ein Präsident flüchtet, der Staatsbankrott droht, russische Truppen besetzen Teile der Krim und der Westen droht mit Sanktionen. Täglich gibt es neue Nachrichten, dennoch besteht Unsicherheit, wie die Ereignisse einzuordnen und zu bewerten sind.
Hier will das Imre Kertész Kolleg an der Universität Jena ansetzen und seine Osteuropa-Expertise zur Verfügung stellen. In Zusammenarbeit mit der Deutschen Gesellschaft für Osteuropakunde veranstaltet es ein öffentliches Podiumsgespräch am 11. März 2014 an der Friedrich-Schiller-Universität. Osteuropa-Experten erläutern die Hintergründe des gegenwärtigen Konflikts und die Fragen, die sich daraus ergeben - für die Akteure in der Region ebenso wie für uns.

Moderiert von Jana Fuchs diskutieren unter anderem Dr. Marija Ivanytska (Kiew/ Berlin) Claudia Dathe (Tübingen), Dr. Andre Härtel (Straßburg/ Jena) sowie Prof. Dr. Joachim v. Puttkamer und Dr. Raphael Utz (beide Jena).

Die Öffentlichkeit ist herzlich eingeladen, der Eintritt ist frei. 

Reihe: Polnisches Kino in Jena - 05: Ida

Filmplakat Ida

Regie: Paweł Pawlikowski, PL 2013, 80 min, Originalfassung mit deutschen Untertiteln

"Polen 1962. Die 18-­jährige Novizin Anna (Agata Trzebuchowska) bereitet sich auf ihr Gelübde vor. Doch bevor sie dieses ablegen darf, stellt die Äbtissin die als Waise aufgewachsene Anna vor eine überraschende Aufgabe: Sie soll ihre letzte verbleibende Verwandte treffen. Anna fährt in die Stadt zu Wanda (Agata Kulesza), der Schwester ihrer Mutter,der sie noch nie begegnet ist. Das Aufeinandertreffen des behütet aufgewachsenen, religiösen Mädchens und der mondänen wie parteitreuen Richterin wird das Leben beider Frauen verändern.

In eindrücklichen Schwarz-­Weiß-­Bildern, still und intensiv, erzählt der preisgekrönte Regisseur Paweł Pawlikowski ("Last Resort","My Summer of Love") von zwei Frauen, denen das Vergessen nicht gelingt. Ida ist für den polnischstämmigen Filmemacher auch eine Beschäftigung mit seinem Geburtsland Polen und den eigenen Wurzeln. Seine poetische wie klare filmische Annäherung an die bis heute mit Schweigen belegte Gemengelage aus Antisemitismus, Katholizismus und Kommunismus stellt eine zu Recht ausgezeichneten Perle europäischen Filmschaffens dar."(Quelle: http://www.ida-­derfilm.de/)

Eine Kooperation des Aleksander-­Brückner-­Zentrums für Polenstudien an der Friedrich-­Schiller-­Universität Jena und des Kinos im Schillerhof. Mit freundlicher Unterstützung des Imre Kertész Kollegs an der Friedrich‐ Schiller­ ‐Universität Jena und der Deutsch-­Polnischen Gesellschaft Thüringen e.V.

Datum: Montag, 12. Mai 2014
Zeit: 19:30 Uhr
Ort : Kino im Schillerhof, Jena, Helmboldstraße 1
Eintritt: 6,50 € 


Podiumsgespräch "Russland, die Ukraine und wir"

Termin: Mittwoch, 14. Mai 2014, 18:00 Uhr, c.t.
Ort: Domaschk-Hörsaal, August-Bebel-Straße 4

Aus aktuellem Anlass veranstaltet das Imre Kertész Kolleg Jena gemeinsam mit dem Jena Center Geschichte des 20. Jahrhunderts am 14. Mai 2014 um 18 Uhr c.t. im Rahmen des Zeitgeschichtlichen Kolloquiums eine Podiumsdiskussion mit Irina Scherbakowa (Moskau), Dmytro Khutkyy (Kiew) und Jörg Ganzenmüller (Jena) zum Thema "Russland, die Ukraine und wir" im Domaschk-Hörsaal, August-Bebel-Straße 4. Die Gesprächsleitung hat Joachim von Puttkamer (Imre Kertész Kolleg Jena).

Die Öffentlichkeit ist herzlich eingeladen, der Eintritt ist frei. 

Reihe: Polnisches Kino in Jena: Papusza

Filmplakat Papusza

Regie: Joanna Kos-Krauze, Krzysztof Krauze, PL 2013, 131 min
Originalfassung mit deutschen Untertiteln
Die Kultur der Roma ist eine orale und patriarchale. Dementsprechend schwer hat es die Dichterin Papusza, deren Werke zwar in Polen große Berühmtheit erlangt haben, in ihrer eigenen Gesellschaft jedoch auf Skepsis und gar Ablehnung stießen.
Papusza zeichnet den Lebensweg dieser beeindruckenden Frau nach und gibt dem Kinopublikum gleichzeitig tiefe Einblicke in die Welt der Roma.
Einführung und Diskussionsleitung: Achim Rabus, stellv. Direktor des Aleksander-Brückner-Zentrums für Polenstudien. Eine Kooperation des Aleksander-Brückner-Zentrums für Polenstudien an der Friedrich-Schiller-Universität Jena und des Kinos im Schillerhof. Mit freundlicher Unterstützung des Imre Kertész Kollegs an der Friedrich-Schiller-Universität Jena und der Deutsch-Polnischen Gesellschaft Thüringen e.V.

Datum: Montag, 23. Juni 2014
Zeit: 19:30 Uhr
Ort: Kino im Schillerhof, Jena, Helmboldstraße 1
Eintritt: 6,50 €

Reihe: Polnisches Kino in Jena: Jesteś Bogiem/Du bist Gott

Filmplakat

Regie: Leszek Dawid, PL 2012, 119 min, Originalfassung mit deutschen Untertiteln
Ein HipHop-Film als Kassenknüller - in Deutschland schwer denkbar, aber in Polen hat es dieser Film geschafft. Vermutlich auch deshalb, weil er nicht nur aus Rhymes und Beats besteht, sondern viel mehr ist. Das auf Fakten basierende Biopic über den Rapper Magik und seine Gruppe Paktofonika aus der ersten Rapper-Generation, die in den Neunzigerjahren aus den Betonburgen in den Charthimmel aufstieg, ist gleichzeitig ein Generationenporträt und eine Bestandsaufnahme der polnischen Gesellschaft um die Jahrtausendwende. Der Film wurde u. a. beim Polnischen Filmfestival in Gdynia und beim Filmfestival Cottbus (beste Regie) ausgezeichnet.
Vom Imre Kertész Kolleg Jena und der Filiale Leipzig des Polnischen Instituts Berlin initiiert, wird die Filmreihe seit 2014 vom Aleksander-Brückner-Zentrum für Polenstudien präsentiert. Aktuelle Produk­tionen und ausgewählte Klassiker der polnischen Kinematografie widmen sich historischen und gegenwärtigen Formationen polnischer Staatlichkeit, Gesellschaft, Sprache und Kultur.
Alle Filme werden kurz von WissenschaftlerInnen des Aleksander-Brückner-Zentrums für Polenstudien eingeführt, die nach den Vorführungen auch für Gespräche mit dem Publikum zur Verfügung stehen.
Einführung und Diskussionsleitung: Prof. Dr. Achim Rabus, stellv. Direktor des Aleksander-Brückner-Zent­rums für Polenstudien.
Eine Veranstaltung der Filiale Leipzig des Polnischen Instituts Berlin in Kooperation mit dem Aleksander-Brückner-Zentrum für Polenstudien an der Friedrich-Schiller-Universität Jena und dem Kino im Schillerhof. Mit freundlicher Unterstützung des Imre Kertész Kollegs an der Friedrich-Schiller-Universität Jena.
Datum: Montag, 1. Dezember 2014
Zeit: 19:30 Uhr
Ort: Kino im Schillerhof, Jena, Helmboldstraße 1
Eintritt: 6 €