Dr. Adam Hudek

Curriculum Vitae 


Adam Hudek ist von Oktober 2014 bis September 2015 Fellow am Imre Kertész Kolleg. Seit 2007 arbeitet er als Wissenschaftler am Historischen Institut des Fachbereiches Geschichte der Wissenschaften und Technologie an der Slowakischen Akademie der Wissenschaften in Bratislava. Er wurde im Jahr 2007 mit einer Arbeit über die slowakische Historiographie zwischen 1948 und 1967 promoviert. Hudek ist Absolvent der Comenius-Universität in Bratislava, wo er ein Studium der Geschichte und der Politikwissenschaft absolvierte. Von 2004 bis 2005 war er Herder-Fellow an der Universität Wien und von 2011 bis 2012 International Visegrad Fund-Stipendiat am Institut für tschechische Geschichte an der Karls- Universität Prag.


Forschungsprojekt am Kolleg


„Zwischen Tschechen und Ungarn: Slowakischer „Nationalkommunismus“ in der sozialistischen Tschechoslowakei“
Der Schwerpunkt des Projektes liegt auf dem Problem des ambivalenten und sich im Wandel befindlichen Verhältnisses von kommunistischer Ideologie und Nationalismus in den sozialistischen Diktaturen Mittel- und Osteuropas. Dieses Phänomen soll in erster Linie im Hinblick auf den sogenannten slowakischen Nationalkommunismus in dem vergleichenden Kontext von Tschechien und Ungarn untersucht werden. Die Erforschung des ‚Nationalkommunismus‘ beinhaltet eine Analyse der kommunistisch-nationalen identitätsstiftenden Narrative und Mythologie. Der Kampf um die Legitimierung des kommunistischen Programms war ohne die (Neu-)Definition des Nationsbildungsprojektes unter Anwendung einer universalistisch marxistisch-leninistischen Ideologie auf besondere nationale politische, wirtschaftliche, soziale und kulturelle Bedingungen nicht möglich. Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges präsentierten sich die kommunistischen Parteien in Mittel- und Osteuropa als Erben nationaler Traditionen und Hüter nationaler Interessen. Dieser nationale Akzent stellte ein fortdauerndes Problem für die ideologische Orthodoxie der kommunistischen slowakischen Intellektuellen dar und wurde als solches zum Ziel von Vorwürfe des ‚bourgeoise Nationalismus‘. Die Utopie der kommunistischen slowakischen Intelligenz blieb eng verbunden mit einem Projekt des 19. Jahrhunderts, welches die Emanzipation von ‚tschechischen und ungarischen Ansprüchen an die Slowakei‘ zum Ziel gehabt hatte. Diese nationalen Interaktionen fanden sowohl auf politischer als auch auf geschichtlicher Ebene statt. Während in den slowakisch-tschechischen Beziehungen die politische Ebene überwog, hatten Diskussionen über marxistische Interpretationen bestimmter Schlüsselmomente in der gemeinsamen Vergangenheit mit Ungarn einen signifikanten Einfluss auf die Herausbildung der slowakisch-nationalkommunistischen Argumentation. Das Hauptziel des Projektes besteht darin, ein konzeptionelles Modell für die Analyse des slowakischen Nationalkommunismus zu entwickeln und es in ein größeres vergleichendes Rahmenwerk einzuordnen.


Forschungsschwerpunkte


  • Historiographie in der sozialistischen Tschechoslowakei und in der Slowakei nach 1989
  • Organisation der wissenschaftlichen Forschung in der sozialistischen Tschechoslowakei
  • Slowakische Intelligenzgeschichte im 20. Jahrhundert



Funktionen und Mitgliedschaften 


  • Wissenschaftler am Historischen Institut der Slowakischen Akademie der Wissenschaften
  • Mitglied der Redaktionsleitung der wissenschaftlichen Zeitschriften Czech Journal of Contemporary History und Korridor