Dr. Mate Nikola Tokić

Curriculum Vitae


Mate Tokić ist von Januar bis Juni 2015 Fellow am Imre Kertész Kolleg Jena. Vor seinem Aufenthalt am Kolleg war er Fellow am Central European University's Institute for Advanced Study in Budapest sowie Assistenzprofessor für Europäische und Osteuropäische Geschichte an der American University in Kairo. Er wurde im Jahr 2007 von der University of Pennsylvania promoviert, nachdem er zuvor ein Masterstudium an der London School of Economics abgeschlossen hatte. Tokić war Jean Monnet Research-Stipendiat am European University Institute’s Robert Schuman Centre for Advanced Study in Florenz sowie Postdoktorant des Program for Advanced German and European Studies der Freien Universität Berlin. In seinen Forschungen konzentriert er sich zum einen auf die politische Gewalt und Radikalisierung unter kroatischen Emigranten und zum anderen auf das Verhältnis zwischen sozialem Gedächtnis und politischer Legitimität im sozialistischen Jugoslawien. 


Forschungsprojekt am Kolleg


Während seines Aufenthaltes am Kolleg wird Tokić sein Manuskript mit dem Titel “Für das Heimatland bereit! Kroatischer Separatismus und Diaspora-Terrorismus im Kalten Krieg” fertigstellen. Die Monographie untersucht zum ersten Mal eine der aktivsten und dennoch am wenigsten erinnerten Terrorgruppen der Ära des Kalten Krieges: die emigrierten kroatischen Separatisten. Kroatische Extremisten verübten in Ländern auf der ganzen Welt, unter anderem in Schweden, Australien, Argentinien, der BRD und den USA mehr als 50 Attentate oder Attentatsversuche, 40 Bombenanschläge auf öffentliche Gebäude und Denkmäler, zwei Guerilla-Angriffe auf das sozialistische Jugoslawien und führten auf dem Höhepunkt des Kalten Krieges zwei Flugzeugentführungen durch. Allein in Australien initiierten sie innerhalb von zehn Jahren 52 signifikante Gewaltakte. Insgesamt verübten kroatische Separatisten zwischen 1962 und 1983 weltweit durchschnittlich alle fünf Wochen einen Terrorakt und bauten darüber hinaus das vielleicht weitreichendste Terrornetzwerk des Kaltes Krieges auf, welches sich aus einem transnationalen und weltumspannenden System von Akteuren und Organisationen zusammensetzte. Bei dem separatistischen Terrorismus kroatischer Emigranten handelte es sich – trotz seines dezidiert nationalistischen Charakters – im wahrsten Sinne des Wortes um ein genuin globales Phänomen. 


Forschungsschwerpunkte


  • Politische Radikalisierung und politischer Terrorismus
  • Diaspora des Anti-Kommunismus in der Ära des Kalten Krieges
  • Muster der Migration in Südosteuropa
  • Ethnische Beziehungen und Nationalismus im sozialistischen Jugoslawien



Funktionen und Mitgliedschaften



  • Mitglied des Centre on Social Movement Studies (COSMOS)
  • Mitglied des Netzwerks Terrorismusforschung e.V. (NTF)
  • Mitglied der Association for Slavic, East European, and Eurasian Studies (ASEEES) 
  • Mitglied der American Historical Association (AHA)