Professor Melissa Feinberg

Curriculum Vitae


Melissa Feinberg ist seit 2008 als außerordentliche Professorin für Geschichte an der Rutlers University in New Brunswick tätig. Zuvor hatte sie von 2006 bis 2008 die außerordentliche Professur und von 2000 bis 2006 die Assistenzprofessur an der University of North Carolina in Charlotte inne. Feinberg wurde im Jahr 2000 von der University of Chicago promoviert. Sie erhielt Fellowships der Woodrow Wilson Foundation, der Fulbright Foundation und des American Council of Learned Societies und ist Herausgeberin des Aspasia, eines Jahrbuches für Frauen- und Geschlechtergeschichte in Zentral-, Ost- und Südosteuropa.


Forschungsprojekt am Kolleg


In ihrem Forschungsprojekt untersucht Feinberg die umstrittene Geschichte der Angst in Ostmitteleuropa während der stalinistischen Periode von 1948 bis 1956. Anstatt dabei auf den Ansatz der Geschichte der Emotionen zurückzugreifen, wird sie Angst zum einen als ein wesentliches Element der politischen Kultur und zum anderen als eine Komponente des täglichen Lebens betrachten. Das Projekt lässt sich in zwei Teile untergliedern. Der ersten Abschnitt beschäftigt sich mit der Frage, wie die Idee eines ängstlichen Ostmitteleuropas in der östlichen und westlichen Propaganda entstanden ist. Um zu zeigen, inwieweit die Regierungen und Medien auf beiden Seiten des Kalten Krieges Ostmitteleuropa als ängstlich und machtlos charakterisierten, sollen unterschiedliche Phänomene aus Ost und West in den Blick genommen werden. Für den Osten werden unter anderem die Schauprozesse und die Friedenskampagne untersucht und für den Westen beispielsweise der Kreuzzug für die Freiheit und die Veröffentlichung von 'The Captive Mind'. Im zweiten Teil der Arbeit sollen die komplizierten Wege betrachtet werden, auf denen diese Meldungen zum einen internalisiert wurden und auf denen sich ihnen zum anderen widersetzt wurde. Wie sprachen die Menschen in Ostmitteleuropa über ihre Gefühle der Angst und Machtlosigkeit? Und was kann man aus diesen Geschichten über das Leben im stalinistischen Ostmitteleuropa ableiten? Bei der Beantwortung dieser Fragen liegt der Fokus besonders auf den Geschichten, in denen es um die Angst vor Informanten, die Angst vor Krieg und die Angst vor Knappheit geht.


Forschungsschwerpunkte


  • Geschichte des 20. Jahrhunderts in Ostmitteleuropa mit Schwerpunkt Tschechoslowakei
  • Demokratie, Staatsbürgerschaft und Menschenrechte
  • Geschlechtergeschichte 
  • Geschichte des Feminismus' 



Funktionen und Mitgliedschaften


  • Präsidentin der Czechoslovak Studies Association
  • Vorstandsmitglied der Association of Women in Slavic Studies
  • Mitglied der American Historical Association
  • Mitglied der Association for Slavic, East European and Eurasian Studies