Karolina Ćwiek-Rogalska

Curriculum Vitae


Karolina Ćwiek-Rogalska ist Bronisław-Geremek-Stipendiat am Imre Kertész Kolleg und seit 2012 Doktorandin am Institut für West- und Südslawische Studien der Universität Warschau. An derselben Universität absolvierte sie ein Studium der Slawistik, welches sie 2012 mit einer Masterarbeit zu dem Thema "Die grausame Eule der Minerva. Über Vladimir Körners Adelheid" abschloss. Ebenfalls an der Universität Warschau hatte sie zuvor Ethnologie und Kulturanthropologie studiert und ihre Bachelorarbeit mit dem Titel "Und wozu brauchen wir die? Veränderungen in den gegenseitigen Beziehungen von Katholiken und Protestanten in Przerośl und seinen Teilen" verfasst.


Promotionsprojekt


Die Untersuchung geht der Frage nach, wie die Menschen die Überreste der deutschen Kultur im tschechischen Sudentenland wahrnehmen. Dazu sollen die tschechisch-deutschen Beziehungen in der Tschecheslowakei von den 1920er Jahren bis heute untersucht und die Probleme im Zusammenhang mit dem tschechisch-deutschen Grenzland in den Fokus gerückt werden. Der Terminus "Grenzland" meint dabei nicht nur das Gebiet in der Nähe der Landesgrenze. Der Begriff diente in der Tschecheslowakei in der Zwischenkriegszeit und in der Zeit nach 1945 als offizielle Bezeichnung für die Region, in der sehr viele als "Sudetendeutsche" bezeichnete deutschsprachige Bürger der Tschecheslowakei lebten. Diese Region war eine Landschaft, die in erheblichem Maße von Deutschen mitgestaltet worden war, deren deutschsprachige Bewohner nach 1945 aber praktisch komplett von dort verschwanden. Das führte in den Bereichen der Kultur, der Gesellschaft und der Landschaft zu Veränderungen. Die Studie spiegelt nicht die Perspektive der Vertriebenen wieder, sondern konzentriert sich auf die Menschen, die ins Grenzland übersiedelten beziehungsweise dort angesiedelt wurden sowie auf die Teile der Bevölkerung, die schon vor 1945 dort gelebt hatten. Der Fokus der Untersuchung soll auf die Wahrnehmung der Landschaft und des materiellen Erbes (städtische Organisation, Elemente der Architektur, Dinge des alltäglichen Gebrauchs, usw.) gelegt werden. Dabei sollen nicht nur historische Monumente wie Kirchen, Heiligtümer, Friedhöfe, Denkmäler und Ähnliches betrachtet werden, sondern darüber hinaus auch Gebäude des alltäglichen Gebrauchs - Gebäude wie Häuser oder Haushaltsbauten, die die Menschen als zu ihnen gehörend ansahen. Auf diese Weise soll das Projekt an die deutsche Vergangenheit in der Region erinnern.


Forschungsschwerpunkte


  • Studien der materiellen Kultur
  • individuelle und kollektive Erinnerung
  • Nachbarschaft
  • Tschechische Geschichte des 19. und 20. Jahrhunderts
  • Zwangsmigration in den westslawischen Ländern