Dr. Sándor Horváth

Cirriculum Vitae


Sandor Horváth ist Forschungsstipendiat und Leiter der Abteilung für Zeitgeschichte am Institut für Geschichte im Forschungszentrum für Geisteswissenschaften an der Ungarischen Akademie der Wissenschaften. Seit 2006 ist er als Dozent in dem Promotionsprogramm 'Sozial- und Wirtschaftsgeschichte' an der Budapester ELTE Universität tätig. Seit 2012 ist er Leiter der Projekte 'Erinnerung an die alltägliche Zusammenarbeit mit den kommunistischen Regimen in Osteuropa' (gefördert vom Europäischen Netzwerk 'Erinnerung und Solidarität') und 'Zusammenarbeit während des kommunistischen Regimes' (finanziert vom Ungarischen Wissenschaftlichen Forschungsfond). Er ist außerdem Herausgeber der Vierteljahresschrift 'The Hungarian Historical Review' (www.hunghist.org). Horváth hat bereits mehrere Preise und Stipendien erhalten, darunter den Péter Hanák Preis im Jahr 2001, ein Stipendium an der Columbia University in New York im Jahr 2007, ein Mellon-Stipendium am Institut für die Geisteswissenschaften (IWM) in Wien im Jahr 2009, ein Stipendium am Zentrum für Höhere Studien an der Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU) im Jahr 2011 und ein Stipendium am Institut für osteuropäische Studien an der Freien Universität Berlin im Jahr 2012.


Forschungsprojekt am Kolleg


Das Projekt wird, individuelle Erfahrungen und Lebensgeschichten fokussierend, der Frage nachgehen, wie und warum sich Bürger dazu entschieden, den Behörden in kommunistischen Diktaturen entgegenzukommen oder mit ihnen zu kooperieren. Während seines Aufenthaltes am Kolleg wird Horváth an seinem Buchprojekt 'Parallele Leben: Vergleich von Biografien der Zusammenarbeit mit kommunistischen Diktaturen' arbeiten. Das Projekt vergleicht die Biographien zweier ehemaliger Geheimagenten der kommunistischen Regime in Ungarn und der DDR, die auch als 'Kollaborateure' mit dem Pfeil-Kreuz und /oder dem NS-Regime während des Zweiten Weltkrieges galten. Mithilfe eines vergleichenden Ansatzes und der Fokussierung auf den mikro-historischen Ansatz wird das Projekt tiefe Einblicke darüber bieten können, wie Prozesse der Zusammenarbeit in verschiedenen Gesellschaften ausgelebt wurden und wie diese Gesellschaften neue Definitionen der alltäglichen politischen Partizipation kreierten.


Forschungsschwerpunkte


  • Alltags-, Sozial- und Kulturgeschichte des Staatssozialismus in Zentral- und Osteuropa
  • Stadtgeschichte, sozialistische Städte, Migration
  • Sozialpolitik und Wohlfahrt
  • Kollaboration und politische Partizipation



Funktionen und Mitgliedschaften


  • Mitglied der Europäischen Vereinigung für Stadtgeschichte
  • Mitglied des Europäischen Netzwerks für Zeitgeschichte
  • Mitglied der Internationalen Vereinigung für Südosteuropäische Anthropologie
  • Mitglied der Internationalen Gesellschaft für Planungsgeschichte