Philipp Weigel

Curriculum Vitae


Seit August 2014 Doktorand an der Graduiertenschule des Imre Kertész Kollegs an der Friedrich-Schiller-Universität Jena. Zuvor Tätigkeit am Kolleg als wissenschaftliche und studentische Hilfskraft. Von 2008 bis 2013 Lehramtsstudium der Fächer Geschichte und Wirtschaftslehre/ Recht an der Friedrich Schiller Universität Jena (Staatsexamensarbeit: "Unter Kontrolle - die österreichisch-kommunistische Emigration in Moskau 1939-1945").


Promotionsprojekt


Arbeitstitel: 'Spiele der Superlative' - Planung und Inszenierung eines olympischen Großereignisses in der späten Sowjetunion

Im Oktober 1974 wurde Moskau in Wien vom Internationalen Olympischen Komitee, nach vormalig erfolgloser Bewerbung, als Gastgeberstadt der XXII. Olympischen Sommerspiele ausgewählt. Jene erstmalige Vergabe Olympischer Spiele an ein Land des 'sozialistischen Lagers' wurde von der sowjetischen Führung als Anerkennung der friedliebenden Außenpolitik gesehen und bot die perfekte Möglichkeit, mittels gezielter Inszenierung die gesellschaftliche, kulturelle wie auch ökonomische Überlegenheit der Sowjetunion darzustellen. Das Dissertationsprojekt versucht die Planung und Inszenierung dieses olympischen Großereignisses in der Phase des 'entwickelten Sozialismus' zu beleuchten. Es wird zu fragen sein, wie die sowjetische Führung um Brežnev in Bezug auf die Organisation jener 'Spiele der Superlative' agierte. Lässt sich der von der Forschung erarbeitete Befund der Hegemonie der Partei in allen staatlichen, gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Bereichen auch innerhalb dieses Fallbeispiels der Olympischen Spiele nachweisen oder gerieten Machtausübung und Kontrolle an ihre Grenzen? In einem zweiten inhaltlichen Abschnitt soll die Inszenierung der Spiele untersucht werden. Hierbei ist neben der medienwirksamen propagandistischen Begleitung der olympischen Spiele auch nach der Inszenierung der Wettkämpfe und, in Bezug auf die Sportstätten und die städtebaulichen Veränderungen, auch nach Aspekten machtstaatlicher Repräsentation zum Zwecke der Integration und Mobilisierung der Bevölkerung zu fragen. Über diese beiden Schwerpunkte werden abschließend eventuelle Kontinuitäten zu stalinistischen Mobilisierungs- und Großprojekten zu beleuchten sein.


Forschungsschwerpunkte


  • Sowjetische Geschichte 
  • Holocaustforschung 
  • Sportgeschichte