Dr. Flavius Solomon

Curriculum Vitae


Flavius Solomon ist von April bis September 2014 Fellow am Imre Kertész Kolleg.  Er ist als wissenschaftlicher Mitarbeiter am A. D. Xenopol Institut in Iaşi tätig. Im Institut leitet er die Abteilung für die Geschichte der Internationalen Beziehungen. Im Jahr 1995 promovierte Solomon im Bereich der Kirchengeschichte über das mittelalterliche Fürstentum Moldau. Anschließend konzentrierte sich sein Forschungsinteresse vor allem auf die Entstehung von nationalen Identitäten und auf die Situation von ethnischen Minderheiten in der Region. Solomon erhielt in der Vergangenheit bereits Stipendien vom DAAD und der Humboldt-Stiftung. Er ist externer Fellow des Instituts für Ost- und Südosteuropastudien in Regensburg. Zwischen 2011 und 2013 war er Mitglied des Romanian National Research Council (CNCS).



Forschungsprojekt am Kolleg


Nationalstaat und Sozialdemokratie. Die rumänische Linke während der Balkankriege und des I. Weltkrieges

Der Fokus des Projektes liegt auf der Geschichte der sozialdemokratischen Bewegung in Rumänien. Diese Thematik wird im Kontext des Konfliktes zwischen den beiden Hauptparadigmen behandelt, die die Geschichte der europäischen Sozialdemokratie in den ersten beiden Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts bestimmt haben: dem Nationalstaat und dem Internationalismus. Das Ziel der Untersuchung besteht darin, den Umgang der rumänischen sozialdemokratischen Ideologen mit der großen Debatte über den Nationalstaat während der Balkankriege und des I. Weltkrieges zu diskutieren. Dabei wird der größere Kontext der Entwicklung der Zweiten Internationalen und der späteren Konfrontation zwischen den Sozialdemokraten, die an der Zweiten Internationalen festhielten, und den Unterstützern für die enstehende Komintern einbezogen. Da die Wirkung der sozialdemokratischen Bewegungen im politischen und wirtschaftlichen Kontext Rumäniens auf der ideellen Ebene wichtiger war als im Bereich der praktischen Politik, folgt die Untersuchung hauptsächlich den Dynamiken der politischen Diskurse und konzentriert sich dabei auf drei verschiedene Richtungen: 1) die sozialdemokratische Bewegung in Rumänien im Kontext der europäischen Debatte über den Nationalstaat und den Internationalismus, 2) die Wechselwirkung zwischen den rumänischen sozialdemokratischen Ideologen und den vorherrschenden politischen Trends in Rumänien und 3) die Kontroversen innerhalb des sozialdemokratischen Milieus über dessen Position zum nationalen Phänomen.


Forschungsschwerpunkte


  • Nation-building und Minderheiten in Osteuropa
  • Urbanisation in Osteuropa
  • Kirchengeschichte im Spätmittelalter



Funktionen und Mitgliedschaften


  • Generalsekretär der Rumänisch-tschechischen Historikerkommission (1998-2007)
  • Generalsekretär der A. D. Xenopol Academic Foundation, Iaşi (1996-2007)
  • Mitglied des wissenschaftlichen Beirates des A. D. Xenopol Instituts für Geschichte, Iaşi (1999-2002 und seit 2007)
  • Mitglied der Paul Gore-Gesellschaft für Genealogie, Heraldik und Archivstudien, Chişinău
  • Mitglied des Forschungsprojektes “ETHNODOC. Datenbank - Ethnische Minderheiten in Südosteuropa”, Südost-Institut, München (2003 – 2007)
  • Mitglied des internationalen Redaktionsteams der digitalen Enzyklopädie “Enzyklopädie des Europäischen Ostens“, Universität Klagenfurt, Österreich (2003 – 2005)
  • Mitglied des internationalen Forschungs- und Redaktionsausschusses “Das Südosteuropa der Regionen”, Universität Wien, Österreich (2007-2011)