Prof. Dr. Zsombor Bódy

Curriculum Vitae


Bódy Zsombor ist von April bis September 2014 Fellow im Imre Kertész Kolleg. Seit 2011 hat er eine außerordentliche Professur am Institut für Soziologie an der Philosophischen und Sozialwissenschaftlichen Fakultät der Pázmány Péter Katolikus Egyetem in Piliscsaba inne. Bis 2010 unterrichtete er an der Philosophischen Fakultät der Universität Miskolc. Zsombor habilitierte im Fach Soziologie an der Fakultät für Sozialwissenschaften der Eötvös Lóránd Universität Budapest. An der Philosophischen Fakultät derselben Hochschule promovierte er im Jahr 2001 im Bereich Sozialgeschichte. Zuvor studierte er seit 1990 ebenfalls an der Eötvös Lóránd Universität Geschichte und Soziologie.


Forschungsprojekt am Kolleg


Technische Intelligenz und gescheiterte Modernisierungsentwürfe des Staatssozialismus

Das Ziel der Arbeit besteht in der Analyse des Verhältnisses von Modernität und Staatssozialismus in Ungarn. Die empirische Basis für die Analyse bildet die Geschichte der "Ikarus Werke" in Ungarn, welche Autobusse für die RGW-Staaten (und auch für die Märkte einiger Entwicklungsländer) herstellten, und - zugleich ein Flaggschiff der Selbstdarstellung des ungarischen Staatssozialismus' - zu den größten Busfabriken der Welt zählten. Die vorliegende Arbeit sucht nach Kontinuitäten in der Selbstinterpretation, in den Visionen und der Tätigkeit der technischen Intelligenz in Ungarn. Die Experten für Verkehr und Bustechnik, die in den 1950-er und 1960-er Jahren an der Verwirklichung des "Ikarus Projekts" beteiligt waren, wurden vor und während des Krieges ausgebildet. Die zentrale Frage des empirischen Teils der Untersuchung zielt auf die Verortung des Wissens, das bei der Umsetzung des "Ikarus Projekts" zur Anwendung kam. Inwieweit stammten die begrifflichen Mittel und die Visionen der technischen Intelligenz aus der vorherigen Periode, in der diese beruflich sozialisiert worden war? Inwieweit wurden sie durch den Krieg geprägt? Welchen Einfluss hatten die ersten beiden Jahrzehnte des Staatssozialismus auf die technische Intelligenz? Lassen sich aus dem Sozialismus resultierende Spezifika in Form von neuem Wissen oder in Form von Ideen über die Anwendungsziele des technischen Wissens nachweisen? Die Untersuchung versteht die Frage der Modernität nicht im Sinne der Modernisierungstheorie, sondern als eine Konstellation, die sich aus verschiedenen Faktoren ergibt: aus einem gewissen Grad von Technisierung, einer Verwissenschaftlichung, der Schaffung von Kommunikationsnetzwerken, dem gesellschaftlichen Bildungsniveau sowie aus Verfahren industrieller Produktion, die eine spezifische Schichtung der Gesellschaften zur Folge haben.


Forschungsschwerpunkte


  • Sozialgeschichte, insbesondere die Geschichte der sozialen Frage, der Sozialpolitik und des Arbeitsverhältnisses
  • Geschichte der agrarischen Bewegungen
  • Historiographie der Sozialgeschichtsschreibung 



Funktionen und Mitgliedschaften


  • Vorstandsmitglied der Ungarischen Gesellschaft für Sozialgeschichte seit 2012