Vortrag und Konzert: Die Freiheit auf Polnisch - Der "Polski Jazz” als kulturelle Freiheitserfahrung

Der  Polski-Jazz entwickelte eine in den Ländern des östlichen Europas einzigartige Breitenwirkung. Er stand symbolisch für Individualität und ein selbstbestimmtes Leben.  Auch unter ehemaligen DDR-Bürgern galt die polnische Jazzszene als inspirierend -  und dies nicht nur in musikalischer Hinsicht. Worin lag die Attraktivität der Polnischen Jazzszene für DDR-Bürger? Inwieweit verkörperte sie eine alternative Gegenkultur und Widerständigkeit? Christoph Dieckmann wird in seinem Beitrag persönliche Eindrücke und Reflexionen seiner Begegnungen mit der polnischen Jazzszene wiedergeben. Im Anschluss daran wird die Jazzband »As Free Ass Free Jazz« spielen.
Mit Christoph Dieckmann und der Jazzband »As Free Ass Free Jazz« 
Datum:  22. November 2013
Zeit:  20.00 Uhr
Ort: Kunsthof Jena
Weitere Informationen finden Sie hier.

Reihe: Polnisches Kino in Jena 03: Pokłosie/ Nachlese von Władysław Pasikowski

Filmplakat Poklosie/ Nachlese

Der in den 1980er Jahren nach Chicago ausgereiste Franciszek Kalinakehrt in sein polnisches Heimatdorf zurück. Hier erwartet ihn eineÜberraschung. Sein Bruder Józef hat jüdische Grabsteine, die für diverseZwecke entfremdet worden waren, im ganzen Ort zusammengekauftund auf seinem Feld aufgestellt. Die Nachbarn sind empört, Józef ist einAusgestoßener. Der Besuch wird zu einem Alptraum.
Das Drama "Pokłosie" löste in den polnischen Feuilletons eine heftigeDebatte aus, die dem Film große Popularität bescherte und auch in derdeutschen Presse Aufmerksamkeit erregte. Einerseits wurden die Leistungender Schauspieler und der Mut zum Aufgreifen eines kontroversen Themasgelobt, andererseits warf man dem Regisseur die Verbreitung vonKlischees vor.
In einer Einführung wird der Historiker Prof. WłodzimierzBorodziej diesen Kontext vorstellen. Das Imre Kertész Kolleg Jena und das Polnische Institut Leipzig bringenseit Mai 2013 Polen in Jena auf die Leinwand. Aktuelle Produktionenund ausgewählte Klassiker der polnischen Kinematografie zeigen unserenNachbarn und seine Auseinandersetzung mit der kommunistischenVergangenheit - als Drama und Komödie.
Eine Kooperation des Imre Kertész Kollegs an der Friedrich-Schiller-Universität Jena, des Polnischen Instituts Leipzig und des Kinos im Schillerhof.
Regie: Władysław Pasikowski,
PL 2012
104 min, OmdU
Datum: Montag, 11. November 2013
Zeit:
19:00 Uhr
Ort: Kino im Schillerhof, Jena, Helmboldstraße 1
Eintritt: 6€, 4€ ermäßigt
weitere Informationen: Polnisches Institut, Kino Schillerhof

Den besonderen Nachbarn erforschen

Startschuss für das neue Aleksander-Brückner-Zentrum für Polenstudien am 21. Oktober


Polen ist nicht irgendein Nachbarland. Deutschland ist mit Polen historisch, kulturell und zunehmend auch wirtschaftlich verbunden. Diese besondere Beziehung wird in Mitteldeutschland nicht nur beachtet, sondern auch wissenschaftlich analysiert. Dazu nimmt am 21. Oktober in Jena das Aleksander-Brückner-Zentrum für Polenstudien den Betrieb auf.
Dass das von den Universitäten Jena und Halle getragene Zentrum in Zeiten finanzieller Einschränkungen eröffnet werden kann, ist einer Förderung durch die Stiftung für deutsch-polnische Zusammenarbeit zu verdanken. Eine Anschubfinanzierung von jährlich 150.000 Euro für zunächst drei Jahre, die um weitere zwei Jahre verlängert werden kann, sichert den Start des neuen Forschungszentrums. Zum Eröffnungs-Festakt, der um 18 Uhr in den Rosensälen (Fürstengraben 27) beginnt, ist die Öffentlichkeit herzlich eingeladen.
Zu den Gästen gehört die ehemalige Bundestagspräsidentin Prof. Dr. Rita Süssmuth. Süssmuth, die auch Vorstandsvorsitzende der deutsch-polnischen Wissenschaftsstiftung ist, moderiert die Podiumsdiskussion "Quo vadis, Nachbar? Antworten aus Polen", die den Festakt abschließt. Im Zentrum der Diskussion werden insbesondere die wirtschaftlichen Aussichten Polens, die Auswirkungen der deutschen Energiewende auf das Nachbarland und die Kunst- und Kulturszene Polens stehen.
Neben der Stiftung für deutsch-polnische Zusammenarbeit fördern der Deutsche Akademische Austauschdienst und die Deutsch-Polnische Wissenschaftsstiftung das Zentrum. Über zusätzliche Drittmittel sollen gemeinsame Forschungsprojekte und Arbeitsgruppen insbesondere für Nachwuchswissenschaftler etabliert werden. Zentral für das Zentrum sind zwei neue Professuren an den Universitäten Halle und Jena, deren Besetzung ansteht.
Die Einladung und das Programm als PDF finden Sie hier.

Masterstudiengang „Interdisziplinäre Polenstudien“

Mit der Gründung des Zentrums, das nach dem renommierten polnischen Historiker und Slawisten Aleksander Brückner (1856-1939) benannt ist, startet auch der Lehrbetrieb des deutschlandweit einmaligen Masterstudiengangs "Interdisziplinäre Polenstudien". Der viersemestrige Aufbaustudiengang verbindet moderne Regionalstudien mit einer grundständigen Ausbildung in verschiedenen Disziplinen. Die Basis bilden landeskundliche Kompetenzen zu Polen, vermittelt durch umfangreiche Beschäftigung mit historischen und kulturellen Aspekten. Dabei kann der neue Master ohne Polnisch-Vorkenntnisse begonnen werden, während des Studiums werden die notwendigen Sprachkenntnisse vermittelt. Dies ist nicht nur, aber auch für das integrierte Semester inklusive Praktikum in Polen wichtig.
Eine Besonderheit des gemeinsamen Studiengangs: Jeder Student kann seinem Studium ein individuelles Profil geben. Während die Ausbildung in den Fächern Geschichte, Politikwissenschaft und Soziologie an beiden Standorten gewährleistet wird, bietet Jena eine Vertiefung in Slawistik an. In Halle werden Ethnologie, Judaistik, Komparatistik, Deutsch als Fremdsprache und berufsorientierte Linguistik im interkulturellen Kontext als Schwerpunkte offeriert.
Seine besondere Qualität gewinnt der neue Studiengang zum einen durch die enge Anbindung an die jeweiligen Forschungszentren der beiden Universitäten, etwa das Imre-Kertész-Kolleg in Jena oder den Schwerpunkt "Gesellschaften und Kulturen in Bewegung" in Halle. Zum anderen ist der Studiengang durch Forschungskooperationen mit den polnischen Universitäten in Białystok, Breslau, Danzig, Kattowitz, Krakau, Oppeln, Posen, Thorn und Warschau breit aufgestellt.
Davon profitiert auch das neue Forschungszentrum. Das Aleksander-Brückner-Zentrum für Polenstudien wird sich daran beteiligen, die Verbindungen zwischen den Nachbarländern zu analysieren und zu vertiefen.

Reihe: Polnisches Kino in Jena - 02: Ile waży koń trojański? / Wieviel wiegt das trojanische Pferd?

Filmplakat: Wieviel wiegt das trojanische Pferd?

R: Juliusz Machulski, PL 2008, 117 min, OmeU
Silvester 1999. Eigentlich ist Zosia glücklich. Sie hat einen wunderbaren Partner,ist Mutter einer wohlgeratenen Tochter. Auch sonst kann sie sich über ihre Lebensumstände nach zehn Jahren Transformation nicht beklagen. Außer vielleicht darüber, dass Ihre Tochter aus einer früheren Ehe stammt, die sie am liebsten schnell vergessen würde.
Auf einmal wacht Zosia im Jahr 1987 auf...
Die polnische Variante des "Back to the future" spielt mit Geschichte und Erinnerung. Der Sprung in die Vergangenheit ist auch der Sprung in ein anderes Land. Denn das Polen der Achtzigerjahre hatte andere Farben, andere Gerüche und andere Regeln. Der Starregisseur Juliusz Machulski - er gehört derselben Generation an wie Zosia - provoziert, entblößt, verzaubert in dieser Reise in eine skurrile Provinz, die Volksrepublik Polen hieß.
Das Imre Kertész Kolleg Jena und das Polnische Institut Leipzig bringen seit Mai 2013 Polen in Jena auf die Leinwand. Aktuelle Produktionen und ausgewählte Klassiker der polnischen Kinematografie zeigen unseren Nachbarn und seine Auseinandersetzung mit der kommunistischen Vergangenheit - als Drama und Komödie.Alle Filme werden kurz von Wissenschaftlern des Imre Kertész Kollegs eingeführt, die nach den Vorführungen auch für Gespräche mit dem Publikumzur Verfügung stehen.
Einführung und Diskussionsleitung: Włodzimierz Borodziej, Co-Direktor des Imre Kertész Kollegs
Eine Kooperation des Imre Kertész Kollegs an der Friedrich-Schiller-Universität Jena, des Polnischen Instituts Leipzig und des Kinos im Schillerhof.
Datum: Montag, 01. Juli 2013
Zeit: 19:30 Uhr
Ort: Kino im Schillerhof, Jena, Helmboldstraße 1
Eintritt: 6 Euro, 4 Euro ermäßigt 

Info: Polnisches Institut Berlin und Leipzig  und Schillerhof Jena

Reihe: Polnisches Kino in Jena - Erster Film: Kret / Der Maulwurf

Filmplakat Kret © Metro Films

Seit Pawel in die Geschäfte seines Vaters eingestiegen ist, blickt seine Familie zunehmend zuversichtlich in die Zukunft. Doch in die Träume von einem sorgenfreien Leben schlägt ein Zeitungsartikel ein, der Pawels Vater Verstrickungen mit dem kommunistischen Geheimdienst vorwirft. 
Kret / Der Maulwurf ist der erste Filmbeitrag in der Reihe Polnisches Kino in Jena.  Gezeigt werden aktuelle Produktionen und ausgewählte Klassiker der polnischen Kinematografie. 
Datum: Montag, 06. Mai 2013
Zeit: 19:00 Uhr
Ort: Kino im Schillerhof, Jena, Helmboldstraße 1
Eintritt: 6 Euro, 4 Euro ermäßigt

Regie: Rafael Lewandowski, PL 2010, 104 min, OmeU
Weitere Informationen finden Sie hier.