Łukasz Mieszkowski

Curriculum Vitae


Łukasz Mieszkowski absolvierte zwischen 2010 und 2013 ein Studium der Geschichte des 20. Jahrhunderts am Historischen Institut der Universität Warschau und verfasste seine Masterarbeit zu dem Thema "Eine offene Wunde? Die Geschichte eines erbeuteten Panzerfahrzeugs und deren Nachwirkung, 1944 - 2014",  wobei er von Prof. Dr. Włodzimierz Borodziej betreut wurde. Weiterhin erhielt er einen Master of Arts der Bildenden Kunst und der Kunstgeschichte an der Akademie der Bildenden Künste in Warschau. Ab 2010 war er als Lehr- und Führungskraft im Museum für die Geschichte der polnischen Juden in Warschau tätig. Mieszkowskis Forschungsinteresse gilt vor allem der Sozial- und Militärgeschichte Polens in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Seine künstlerische Tätigkeit konzentriert sich auf kleine Architektur, Illustration und Comic-Kunst. Im Jahr 2013 wurde ihm, gemeinsam mit Marcin Urbanek und Piotr Michalewicz, der erste Preis des internationalen Wettbewerbs für das neue Denkmal im ehemaligen NS-Vernichtungslager Sobibór verliehen. Der Baubeginn des Denkmals ist für den Frühjahr 2015 geplant.


Promotionsprojekt


Arbeitstitel: Die „Spanische-Grippe“ in Polen, 1918 - 1920.

Aus dem Ersten Weltkrieg resultierten für Polen sowohl seine Unabhängigkeit als auch Verwüstungen von bis dahin nicht gekanntem Ausmaß. Während die Elite des neu gegründeten Staates damit beschäftigt war, die Grenzen des Landes zu bestimmen und die Grundlagen von Staatlichkeit zu schaffen, kämpften die einfachen Menschen, die von vier Jahren Krieg gezeichnet waren, mit Angst, Armut und Hunger. Im Herbst 1918 trat ein weiteres Problem auf: die Spanische Grippe. Dabei handelte es sich um einen extrem gefährlichen Subtyp des Influenza-Virus‘, der fälschlicherweise nach dem Land benannt wurde, in dem er angeblich zum ersten Mal auftrat. Dem Virus fielen auf der ganzen Welt annähernd 50 Millionen Menschen zum Opfer. Das übergeordnete Ziel der Studie besteht darin, die bisher nahezu unerforschte polnische Erfahrung der Spanischen Grippe zu untersuchen, die damit im Zusammenhang stehenden Grunddaten aufzunehmen (den Verlauf der Pandemie in Polen, die Zahl der Krankheitsfälle, die Zahl der Todesopfer, die Methoden der Prävention und Behandlung, usw.) und diese Informationen in dem Kontext des allgemeinen Standes der Hygiene und Zivilisation in den polnischen Gebieten zur Zeit des Ausbruchs der Pandemie zu verorten.


Darüber hinaus zielt die Untersuchung auch darauf ab, die psychosozialen Auswirkungen der Pandemie zu erforschen. Dabei soll der Frage nachgegangen werden, ob die Liste der typischen Kriegsphobien wie die Angst vor dem Tod, vor Hunger, vor Armut und vor all den Dingen, die als fremd empfunden wurden, auch die Angst vor der tödlichen ‚schlechten Luft‘ einschloss, und wenn dies der Fall ist, welche Folgen daraus resultierten.