Christian Werkmeister

Curriculum Vitae


Christian Werkmeister promoviert seit April 2012 mit einem Vorhaben zur sowjetischen Jugendkultur am Lehrstuhl für Osteuropäische Geschichte der Friedrich Schiller Universität Jena. Er ist Stipendiat der Studienstiftung des deutschen Volkes. Von 2004 - 2011 absolvierte er an der Universität Jena ein Magisterstudium der Osteuropäischen Geschichte mit den Nebenfächern Rechtswissenschaft und Politikwissenschaft.


Promotionsprojekt 


Unangepasste Formen der Rockmusik, beispielsweise Punk oder Hard Rock, waren im Kulturplan des "entwickelten Sozialismus" nicht vorgesehen. Vielmehr stellten sie eine direkte Herausforderung der allgemeinen politischen Praxis, des allgemein akzeptierten Konservatismus und des Machtmonopols der Kommunistischen Partei dar. Musik diente hierbei als Ventil für Unzufriedenheit und Artikulationsmittel des Widerstandes. Außerdem trug sie maßgeblich zur Markierung von Brüchen im ethnischen und kulturellen Konsens der Sowjetunion sowie dem schwelenden Generationenkonflikt in der sich ausdifferenzierenden Gesellschaft bei. Das Vorhaben möchte Wandlungslinien und zusammenhängende Entwicklungen innerhalb der Rock- und Jugendszenen der UdSSR aufzeigen. Die Einflüsse anderer sozialistischer Republiken sowie westliche Entwicklungen und zeitgenössische Forschungsdebatten dienen der Herausarbeitung dezidiert innersowjetischer Besonderheiten. Außerdem werden die Erfahrungen von Musikern, Fans und anderen Aktiven im Bereich der sowjetischen Untergrundkultur mit denen der offiziell geförderten Gruppen sowie den Erfordernissen der "Hauptkultur" verglichen. Besonderes Augenmerk gilt der Wirkung einer positiven Normalität, wie sie Heranwachsenden in der UdSSR nahe gelegt wurde. Um das Phänomen devianter Jugendlicher besser einordnen zu können werden unterschiedliche Überlegungen des wissenschaftlichen Diskurses zu Sub- und Gegenkultur, Widerstand und "Eigensinn" auf ihre Anwendbarkeit im sowjetischen Fall hin überprüft und die Hinweise auf eine Einbettung der Musiker und ihres Lebensalltags in den Dimensionen vom Dissidenz und politischem Widerstand abgeglichen. In diesem Zusammenhang wird auch die Frage nach der Rolle der Rockszene im Reform- und Zerfallsprozess der Sowjetunion gestellt. Das Disssertationsvorhaben möchte die Rolle der Rockmusik für der Transformation der sowjetischen Gesellschaft jenseits der Unruhen des Strukturwandels betrachten und herausfinden, in wieweit die die Rockszene als indvidueller Stabilisierungs- und Bezugspunkt seiner Mitglieder dienlich war.


Forschungsschwerpunkte 


  • Sowjetische Alltagsgeschichte
  • Jugendkultur und Devianz
  • Psychiatriegeschichte
  • Geschichte des Völkermords