Dr. Ilse Lazaroms

Curriculum Vitae


Dr. Ilse Josepha Lazaroms ist seit Januar 2013 Fellow am Imre Kertész Kolleg Jena. Zuvor war sie wissenschaftliche Mitarbeiterin am Historischen Institut und dem Programm für Jüdische Studien an der Zentraleuropäischen Universität Budapest. Im Jahr 2011 war sie Fellow am Franz Rosenzweig Minerva Forschungszentrum für Deutsch-Jüdische Literatur und Kulturgeschichte an der Hebräischen Universität von Jerusalem. Sie erhielt ihren Doktorgrad in Kulturgeschichte im Oktober 2010 am Europäischen Hochschulinstitut in Florence (Italien).
Ihr erstes Buch: "The Grace of Misery: Joseph Roth and the Politics of Exile, 1919-1939" wurde im November 2012 in Brill's Serie in Jewish Studies veröffentlicht. Dr. Lazaroms ist langjährige Mitherausgeberin des European Review of History und liefert regelmäßig Beiträge für das Literaturjournal The Jewish Quarterly.


Forschungsprojekt am Kolleg


Während ihres Aufenthaltes am Imre Kertész Kolleg arbeitet Dr. Lazaroms an ihrem postdoc Forschungsprojekt mit dem Titel "Revolutions of Thought and Sensibility: Hungarian Jewry in the Years of Rupture, 1914-1923". Den Schwerpunk des Projekts bildet das Schicksal der ungarisch sprechenden Juden in den Zeiten des Ersten Weltkriegs und der Revolution von 1918-1919. Damals kam es zu intensiver Gewalt gegen Juden. Viele jüdische Intellektuelle flüchteten ins Exil, sowohl literarisch als auch politisch. Basierend auf einer Vielzahl von Quellen, Zeugenaussagen des Weißen Terrors, Aufzeichnungen und Schriften aus der Gemeinschaft und literarischem Material wie Aufsätzen, Zeitschriften und Romanen, zielt dieses Projekt darauf ab, die Geschichte jener entscheidenden Jahre des "Zusammenbruchs" des Integrationsvertrages zwischen dem ungarischen Judentum und dem Staat kritisch zu analysieren und neu zu erzählen. Die Literatur wurde in diesen Jahren zum Hauptträger der Identität, für einige auch zum alleinigen Träger, in einer sonst unmöglichen Situation, die geprägt war durch Gewalt, geografische Schrumpfung (nach Trianon) und nationalistische Konsolidierung. Dieser Zeitraum in der mitteleuropäischen jüdischen Geschichte, sowie die wichtigen Jahre davor und danach, sollen innerhalb des Projektes analysiert werden. Dabei wird es in den größeren Kontext der Modernisierung, des Nationalismus, der Dissimilation und (geistigen / geografischen) Dispersion gesetzt.

Forschungsschwerpunkte


  • vergleichende moderne Geistesgeschichte des 20. Jahrhunderts in Zentraleuropa
  • Jüdische Studien, Geschichte und Kultur des deutschsprachigen Judentums, des ungarischen Judentums
  • Zentraleuropäische Literaturgeschichte



Funktionen und Mitgliedschaften


  • assoziierte Mitarbeiterin an der Abteilung für Geschichte / Jewish Studies Program, Zentraleuropäische Universität Budapest 
  • Mitherausgeberin des "European Review of History / Revue Européenne d'histoire" (London: Routledge, sechs Ausgaben jährlich)