Dr. Zdeněk Nebřenský

Curriculum Vitae 


Zdeněk Nebřenský  ist seit April 2013 Fellow am Imre Kertész Kolleg Jena. Von 2008 bis 2012 war er wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Fakultät für Geisteswissenschaften an der Karls-Universität in Prag. Dort promovierte er im Juni 2012 mit einer vergleichenden Arbeit zur Alltagsgeschichte der tschechischen, slowakischen und polnischen Jugend nach dem Stalinismus. Vor dem Abschluss seiner Promotion war er von 2006 bis 2008 Doktorand am  Berliner Kolleg für Vergleichende Geschichte Europas. Er hat außerdem  Forschungsaufenthalte an der Comenius-Universität in Bratislava und der Universität Warschau absolviert und ein Forschungsstipendium des deutsch-tschechischen Zukunftsfonds an der Humboldt-Universität Berlin zwischen 2004 und 2005 erhalten. Zdeněk Nebřenský hat moderne tschechische Geschichte, Allgemeine und Vergleichende Geschichte, Sozial- und Wirtschaftsgeschichte, Sozial- und Kulturanthropologie an der Karls-Universität in Prag und der Universität Leipzig studiert.


Forschungsprojekt am Kolleg


Die Sinnwelt der Jungen Intelligenz: Intimität, Gleichheit und Differenz in der Tschechoslowakei und in Polen, 1956-1968 
Während seiner Zeit am Imre Kertész Kolleg wird Zdeněk Nebřenský an seinem Buchprojekt - eine vergleichende Sozial- und Kulturgeschichte der Nachkriegsgeneration in Ostmitteleuropa arbeiten. Sein Hauptanliegen ist es, die Alltagsgeschichte  der Hochschulstudenten in Prag, Bratislava und Warschau nach dem Stalinismus zu erforschen. Basierend auf der Analyse der tschechischen, slowakischen und polnischen Medien und offiziellen Diskurse untersucht das Projekt Vorstellungen und Praktiken, die eine Alternative zur bestehenden Ordnung vertraten. Das Projekt stellt sich dabei die Frage, inwieweit solche alternativen Ordnungsentwürfe im Zusammenhang mit dem Herrschaftswandel in Ostmitteleuropa in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts standen und inwiefern sie die Grundlage für die gesellschaftlichen Unruhen von 1968 bilden konnten. Das erste Kapitel beschäftigt sich mit der kommunistischen Politisierung intimer Verhältnisse (studentischer Ehe, freier Liebe und vorehelicher Sexualität). Das zweite Kapitel befasst sich mit der Arbeitslenkung der Hochschulabsolventen. Die Aufteilung der Arbeit, die nach einer zentralen Planung, die durch die Partei, die Regierung und die Vertreter der Universitäten vorangetrieben wurden, erzeugte paradoxerweise Ungleichheiten auf lokaler Ebene, und sie untergrub die Arbeits- und Sozialmobilität der jungen Menschen. Das dritte Kapitel konzentriert sich auf die veränderte Rolle und Auswirkungen der Studentenklubs auf die Generations- und Kulturdifferenzierung der sozialistischen Jugend im öffentlichen Raum.


Forschungsschwerpunkte


  • Vergleichende und transnationale Geschichte des modernen Zentraleuropa
  • Soziale, Kultur- und Alltagsgeschichte des Staatssozialismus
  • Geschichte der modernen Geschichtsschreibung 




Funktionen und Mitgliedschaften


  • Mitglied des Centre for the Study of Popular Culture, Prag