Dr. Bogdan Iacob

Curriculum Vitae


Bogdan C. Iacob ist seit April 2013 Junior Fellow am Imre Kertész Kolleg in Jena. Zuvor war er Projektleiter am Rumänischen Kulturinstitut und zwischen 2010 und 2012 war er Sekretär des Wissenschaftlichen Rates am Institut für die Aufarbeitung der kommunistischen Verbrechen und der Erinnerung an das rumänische Exil. Er hat einen Ph.D. in Vergleichender Geschichte von der Zentralen Mitteleuropäischen Universität in Budapest. Der Titel seiner Dissertation lautet "Stalinismus, Historiker und die Nation. Geschichtsproduktion während des Kommunismus in Rumänien, 1955-1966“. Er war wissenschaftlicher Mitarbeiter am Zentrum für weiterführende Studien an der Universität Leipzig, am Studienzentrum für postkommunistische Gesellschaften an der Universität von Maryland (College Park) und beim SCOPES Projekt (veranstaltet von der Universität Freiburg).



Forschungsprojekt am Kolleg


Der Titel meines Projektes ist: "Resultat der Aneignung: Eine vergleichende Analyse Südosteuropäischer Studien während des Kommunismus in Rumänien (1963-1989)." Das Ziel ist herauszufinden, auf welche Weise die Südosteuropastudien im kommunistischen Rumänien eine wichtige Facette bildeten im gewaltigen Aneignungsprozess vorkommunistischer Traditionen durch das Regime.  
Trotz der internationalen Bedeutung, die der Austausch mit formalem transnationalem Charakter hatte, ist das Schicksal der Südosteuropäischen Studien in Rumänien, Bulgarien oder Jugoslawien während der kommunistischen Zeit, ein Thema, das oft ignoriert wurde und ernsthaft untererforscht ist. 
Das Thema des Projekts ist ein interessantes Paradox: Auf der einen Seite war die erneute Bekräftigung des Balkans als regionale historische Phantasie eine der Indikatoren für die Rückkehr der Nation im Staatssozialismus; auf der anderen Seite wurde eine alternative symbolische Geographie in einem geteilten Europa geltend gemacht, die sowohl die Rhetorik des Kalten Krieges dementierte als auch die kulturellen, politischen und wissenschaftlichen regionalen Verflechtungen verstärkte.  
Eine Analyse der Entwicklung der Südosteuropäischen Studien wirft mindestens vier entscheidende Fragestellungen auf in Bezug auf die Kulturpolitik des Regimes und zu den Funktionen der historischen Front (Geschichtsforschung). Die erste wäre, welche Rolle spielten diese Gebietsstudien bei der rumänischen Neupositionierung innerhalb der Ostblockdynamik? Die zweite: Welche Funktion hatten die Südosteuropa Studien bei der kulturellen Diplomatie der Rumänischen Kommunistischen Partei über die Ost-West-Teilung? Die dritte Frage betrifft die Beziehung zwischen historisch konstruierten nationalen Identitäten und der symbolischen Ökonomie der südosteuropäischen Völker (die Rolle der indigenen Völker und der darauf folgenden Vermächtnisse der Kaiserreiche (der Römer, Byzantiner und Osmanen). Und viertens könnte das Forschungsprojekt ein Licht auf die alternativen Vorstellungen des Regimes und seiner Historiker werfen, die für sich ein ursprüngliches und kontinuierliches Europäertum beanspruchten jenseits der Ausrichtungen des Kalten Krieges. Das vorgeschlagene Thema ist insbesondere relevant dafür, um  im Kontext der Versuche nach 1956, eine neue geopolitische und historiographische Synthese innerhalb des Ostblocks zu formulieren, zu einem besseren Verständnis der Koexistenz zwischen wissenschaftlichen und para-wissenschaftlichen Phänomenen zu kommen.


Forschungsschwerpunkte


  • Vergleichende kulturelle, institutionelle und politische Geschichte der kommunistischen Regime / Bewegungen in Europa.
  • Ostmittel-und Südosteuropas Geistesgeschichte im 20. Jahrhundert
  • Vergleichende Ideologiestudien