Dr. Anna Wylegała

Curriculum Vitae


Anna Wylegała ist vom April bis zum August 2013 Fellow am Imre Kertész Kolleg Jena. Sie ist Assistenzprofessorin am Institut für Philosophie und Soziologie der Polnischen Akademie der Wissenschaften in Warschau. Bis 2012 war sie Promotionsstudentin (Ph.D.) an der Graduiertenschule für Sozialforschung (Polnische Akademie der Wissenschaften, Warschau). Ihre Ph.D. Arbeit war eine Vergleichsstudie über das soziale Gedächtnis an Orten der Masservertreibung in Polen und in der Ukraine. Im Jahr 2009 war sie Fellow des Jacyk Petro Besucherprogramms an der Toronto University. Von 2006 bis 2012 arbeitete sie im Oral History Programm des KARTA-Center in Warschau. Jetzt ist sie eine enge Mitarbeiterin dieses Zentrums.


Forschungsprojekt am Kolleg


Während ihres Aufenthalts in Jena wird Anna Wylegała an ihrem Post-Doc-Projekt arbeiten mit dem Thema: „Die Sozialanthropologie der Füllung der Leere: Polen und die Ukraine nach dem Zweiten Weltkrieg". 
Das Projekt stellt das Konzept der sozialen Leere vor, die in Mittel-und Osteuropa unmittelbar und während des Krieges auftrat als eine Folge der ethnischen Massensäuberungen, der sowjetischen "Wirtschaftsreformen", der Vertreibung und Umsiedlung der Bevölkerung. Indem der Focus auf dem subjektiven Bereich der sozialen Praktiken und Beziehungen liegt, ist das Ziel den Prozess zu erforschen, wie die verlorenen Teile der örtlichen Gemeinschaft ersetzt wurden: Die Klasse/Gesellschaft (der enteignete und deportierte Adel und Großgrundbesitzer), ethnische Gruppen (ermordete und deportierte Juden, Polen und Ukrainer) und Berufsgruppen (z.B. Schuhmacher oder Apotheker).   
Die Hauptgebiete der Analyse werden die Eigentumsveränderungen, die wirtschaftlichen Störungen, die Veränderungen in den sozialen und kulturellen Praktiken sein und die Veränderungen in der Nachbarschaft und in den persönlichen Beziehungen.
Das Projekt wird sich auf vergleichende Fallstudien mehrerer Gemeinden (Dörfer und kleine Städte) in Polen und der Ukraine konzentrieren und sich dabei auf verschiedene Arten von persönlichen Dokumenten (einschließlich mündlichen Zeugnisse) und Archivquellen stützen.


Forschungsschwerpunkte


  • Soziales und biographisches Gedächtnis,
  • narrative Analyse,
  • Holocaust Studien,
  • Vertreibung und Migration in der Nachkriegszeit Osteuropa in vergleichenden sozialen Perspektiven



Funktionen und Mitgliedschaften 


  • Assistenzprofessorin, Institut für Philosophie und Soziologie, Polnische Akademie der Wissenschaften, Warschau, seit 2013
  • Dokumentaristin, Programm für mündlich überlieferte Geschichte des KARTA Zentrums in Warschau 2006 bis 2012
  • Polnische Vereinigung für mündlich überlieferte Geschichte, Mitglied seit 2009