Dr. Dušan Segeš

Curriculum Vitae


Dr. Dušan Segeš ist seit dem 1. Januar 2013 Fellow am Imre Kertész Kolleg. Er arbeitet als wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Abteilung für Neueste Geschichte am Institut für Geschichte der Slowakischen Akademie der Wissenschaften in Bratislava. 2006 wurde er zum Dr. Phil. promoviert. Von 2002-2004 absolvierte er ein zweijähriges Magisterstudium "Specjalistyczne Studia Wschodnie" am Osteuropa-Institut (Studium Europy Wschodniej) der Universität Warschau, mit dem Schwerpunkt auf Russland, Mittelasien und dem Kaukasus. Zuvor studierte Geschichte und Germanistik an der Comenius-Universität in Bratislava.


Forschungsprojekt am Kolleg


Während seines Aufenthaltes am Kolleg arbeitet Dušan Segeš an dem Forschungsprojekt „Ostmitteleuropa als Übertragungsort der psychologischen Kriegsführung: >Cold Warriors< in den Redaktionen der Rundfunksender Radio Free Europe (RFE) und B.B.C. und die Öffentlichkeit in den von kommunistischen Regimen regierten Staaten“. Ziel des Projektes ist es, die westlichen Sender des Kalten Krieges, insbesondere Radio Free Europe und die B.B.C. in einer gesellschaftspolitischen Perspektive und als Phänomene der Massenkultur zu analysieren. Neben der Berichterstattung agierten die beiden Sender in den ostmitteleuropäischen Staaten als Vermittler westlicher Kultur und Lifestyles. Das Projekt ist als vergleichende Studie zwischen dem RFE und der B.B.C. konzipiert und umfasst Berichterstattung, politischer Tonart, Informationsbeschaffung und Organisation.
Das Thema wird in Anbindung an die theoretischen Konzepte und wissenschaftlichen Diskurse zu psychologischer Kriegsführung, öffentlicher Diplomatie, Propaganda, Kulturpolitik und Totalitarismusforschung analysiert. Das Projekt ist um eine transnationale Vergleichsanalyse bemüht, bei der sowohl national- und landesspezifische als auch universelle Phänomene definiert und unter Anwendung interdisziplinärer Methoden erforscht werden. RFE und andere westliche Rundfunksender stellten zum einen ein effektives Mittel der psychologischen Kriegsführung des Westens dar, zum anderen ermöglichten sie es den „Cold Warriors“ in den einzelnen Redaktionen – Tschechen, Slowaken, Polen, Ungarn und Repräsentanten anderer Nationen im Exil, den Kontakt mit ihrer Heimat aufrechtzuerhalten und ihren Einfluss auf die Gesellschaften auszuüben. Dass die Arbeit der Sender durchaus Wirkung zeigte, wird deutlich angesichts der breiten Skala der von den kommunistischen Machthabern in die Wege geleiteten Gegenmaßnahmen.


Forschungsschwerpunkte


  • Transnationale Geschichte, Geschichtspolitik, Erinnerungskultur, Mythen und Stereotype im nationalen Bewusstsein der Völker Ostmitteleuropas


  • Propaganda im Kalten Krieg


  • Regionen, Nationen und Staaten Ostmitteleuropas und ihre Beziehungsgeschichte im 20. Jahrhundert


  • Migrationen (Zwangsmigrationen, Bevölkerungsaustausch, Emigration, Exil) in Ostmittel- und Mitteleuropa im 20. Jahrhundert


  • Geschichte des slowakisch-polnischen Grenzlandes im 20. Jahrhundert



Funktionen und Mitgliedschaften


  • Vorsitzender der Slowakischen Sektion der Slowakisch-Polnischen Historikerkommission


  • Mitglied der Fachkommission für das Doktorandenstudium des Historischen Instituts der Slowakischen Akademie der Wissenschaften und der Philosophischen Fakultät der Komenský (Comenius) Universität in Bratislava


  • Mitglied des Redaktionskomitees von Dzieje Najnowsze


  • Mitglied des Slowakischen Nationalkomitees der Historiker


  • Mitglied der Bürgervereinigung Conditio Humana (Brünn/Brno, Tschechische Republik)


  • Redakteur des Jahrbuchs Historické štúdie (Historische Studien)