Vorträge 2012

Buchvorstellung am 2. Mai 2012 im Rahmen des Zeitgeschichtlichen Kolloquiums


Timothy Snyder (New Haven)


Bloodlands: Europa Zwischen Hitler und Stalin


Buchvorstellung und Diskussion mit: Timothy Snyder/ Norbert Frei/ Włodzimierz Borodziej/ Joachim von Puttkamer/ Jörg Ganzenmüller
Ort: Domaschk-Hörsaal, August-Bebel-Str. 4
Zeit: 18 Uhr c.t.
Timothy Snyder ist Professor für Geschichte an der Yale Universität und Permanent Fellow am Institut für die Wissenschaften vom Menschen in Wien. Für sein Buch Bloodlands wurde er 2012 zusammen mit Ian Kershaw mit dem Leipziger Buchpreis zur Europäischen Verständigung ausgezeichnet.
"Noch bevor der Zweite Weltkrieg begann, hatte Hitlers zeitweiliger Partner und späterer Gegner Stalin bereits Millionen von Menschen umgebracht - und setzte dieses Morden während des Krieges fort. Bevor Hitler besiegt war, hatte er sechs Millionen Juden ermorden lassen - und ließ Millionen anderer Menschen gezielt verhungern. All dies geschah auf einem einzigen Gebiet: den Bloodlands zwischen Russland und Deutschland. Doch als der Zweite Weltkrieg zu Ende war, verschwand die Erinnerung an diesen millionenfachen Mord in der Dunkelheit hinter dem Eisernen Vorhang. Nicht nur unser Bild vom Holocaust erweist sich jedoch mit dem Blick auf die Bloodlands als unvollständig und westlich verzerrt. Auch die Geschichte Europas gewinnt ein verlorenes Terrain im Osten zurück: die gemeinsame Erinnerung an 14 Millionen Tote und die größte Tragödie der modernen Geschichte." (Klappentext der dt. Ausgabe, C.H. Beck 2011)

Buchvorstellung 29. März 2012

Kolja Mensing: Die Legenden der Väter. Eine Suche (Roman)

Buchvorstellung mit dem Autor Kolja Mensing, moderiert von Dr. Jochen Böhler.


Im Mai 1945 rückt der Pole Józef Koźlik mit den britischen Truppen in den Nordwesten Deutschlands vor, wo er Marianne trifft. Beide glauben an die große Liebe, 1946 wird ihr Sohn geboren. Doch das Paar hat kein Glück. Marianne wird als Polenhure beschimpft, Józef ist untreu und trinkt. Im Winter 1949 kehrt er zurück nach Polen. Erst über zwanzig Jahre später beginnt er, seinem Sohn in Deutschland zu schreiben. Noch einmal viele Jahre später stößt Kolja Mensing, Józefs Enkel, auf diese Briefe, die ihm die Geschichte seines Großvaters, den er nie kennen gelernt hatte, nahebringen.
Kolja Mensing studierte Politikwissenschaft und Geschichte in Oldenburg und Münster und war von 1999 - 2003 Kulturredakteur bei der taz. Seit 2003 arbeitet er als freier Journalist und Schriftsteller. Mensing hat bereits einige Essays und Geschichtenbände publiziert. Mit Robert Thalheim verfasste er das dokumentarische Theaterstück Moschee DE über den Bau der Khadija-Moschee in Berlin-Heinersdorf. 
Ort: Vortragsraum der ThuLB, Bibliotheksplatz 2
Uhrzeit: 18:00 Uhr
Die Veranstaltung wird aus Mitteln des Förderprogramms Grenzgänger der Robert Bosch Stiftung unterstützt.

Buchpräsentation am 14. März 2012

Jan Karski: Mein Bericht an die Welt. Geschiche eines Staates im Untergrund


mit Prof. Dr. Włodzimierz Borodziej (Jena/ Warschau), Prof. Dr. Andrzej Żbikowski (Warschau), moderiert von Dr. Helga Hirsch (Berlin)
Ich weiß, dass viele Menschen mir nicht glauben werden und denken, dass ich übertreibe. Ich kann nur sagen, dass ich alles mit eigenen Augen gesehen habe und dass es die Wahrheit ist. (Jan Karski)
Jan Karski wurde als Jan Kozielewski 1914 in Łódż geboren und studierte in Lemberg Rechtswissenschaften und Diplomatie. Er arbeitete in Genf, London und Warschau im diplomatischen Dienst. 1939 war er Offizier der polnischen Armee, geriet zunächst in sowjetische, später in deutsche Gefangenschaft. Nach seiner Flucht wurde er zu einem der wichtigsten Kuriere zwischen der polnischen Untergrundarmee Armia Krajowa und der polnischen Exilregierung in London. Er wurde Augenzeuge der durch Deutsche betriebenen systematischen Verfolgung und Ermordung der polnischen und europäischen Juden in den Ghettos und Konzentrationslagern, worüber er nicht nur die polnische Exilregierung, sondern auch die Alliierten, unter anderem Präsident roosevelt informierte. Nach dem Krieg ging er in die USA und wurde in Washington Professor für Politikwissenschaften. 
Ort: Senatssaal der Friedrich-Schiller-Universität Jena, Fürstengraben 1
Uhrzeit: 15:30 Uhr
In Zusammenarbeit mit dem Polnischen Institut Berlin - Filiale Leipzig und der Thüringischen Landeszentrale für politische Bildung.