Dr. Lidia Jurek

Curriculum Vitae


Lidia Jurek ist seit September 2012 Fellow am Imre Kertész Kolleg. Ihren Master in Geschichte hat sie 2006 an der Universität Łódź erworben, bevor sie an das Europäische Hochschulinstitut in Florenz wechselte, wo sie 2010 an der Fakultät für Geschichte und Gesellschaft promoviert wurde. 2011 arbeitete sie als Praktikantin bei der EU-Kommission in Brüssel im Bereich "Active European Remembrance". Das Projekt unterstützt historisch orientierte Projekte, die sich mit dem Nationalsozialismus und Stalinismus beschäftigen. Außerdem organisiert es Netzwerktreffen Europäischer Organisationen, die im Bereich der Erinnerungskultur tätig sind.


Forschungsprojekt am Kolleg


Das von Lidia Jurek während ihrer Zeit am Kolleg bearbeitete Projekt trägt den Arbeitstitel 'Die Erinnerung an den Gulag in Osteuropa: Tabuisierung, Befreiung, Europäisierung'. Nach 1945 verhinderte das im östlichen Europa weit verbreitete Leben in "fantasy realities" (Wydra), dass das Trauma der nach Sibirien Deportierten den Weg in das öffentliche Gedächtnis fand. Das Projekt analysiert hier das Ausmaß der Effizienz kommunistischer Politik und nimmt die Wendungen in den Blick, die die Erinnerung an den Gulag durchlebte: von der offiziellen Tabuisierung nach 1945 und dem gleichzeitigen Gedenken im Untergrund oder im Exil über die 'Befreiung' der Erinnerung 1989 bis hin zum Erinnerungswandel nach der EU-Osterweiterung. Die Arbeit nimmt die Unterschiede zwischen wissenschaftlichen, politischen, medialen und Zeitzeugendiskursen ernst und untersucht die Entwicklung der Gulagerinnerung von ihrem Tabustatus hin zu einem zentralen Erinnerungskonflikt in der EU.


Forschungsschwerpunkte


  • Sozial- und Ideengeschichte Osteuropas
  • Vergleichende Nationalismusgeschichte
  • Kulturtransfer
  • Memory Studies



Funktionen/ Mitgliedsschaften


  • The Polish Studies Association
  • Otwarta Rzeczpospolita