Dr. Cornel Micu


Curriculum Vitae


Cornel Micu ist von August bis September 2012 Fellow am Imre Kertész Kolleg Jena. Er arbeitet an einem vergleichenden Projekt zur Urbanisierung in Rumänien und Bulgarien während der letzten drei Jahrzehnte des Kommunismus. Von Oktober 2011 bis Juli 2012 war Micu mit einem Forschungsprojekt zur Urbanisierung im kommunistischen Rumänien Fellow am New Europe College in Bukarest. Seit Oktober 2010 ist er Wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Fakultät für Kommunikation und Internationale Beziehungen an der Danubius Universität in Galati, Rumänien. Zwischen 2006 - 2009 war er Mitglied am Graduiertenkolleg 1412 Kulturelle Orientierungen und gesellschaftliche Ordnungsstrukturen in Südosteuropa in Jena und wurde 2010 an der Friedrich-Schiller-Universität Jena promoviert. Cornel Micu hat Geschichte und Politikwissenschaften an der Universität Bukarest studiert.



Forschungsprojekt am Kolleg


In der Zwischenkriegszeit und den beiden ersten Jahrzehnten des kommunistischen Regimes in Rumänien, war die Agrarpolitik vergleichbar mit der, anderer südosteuropäischer Staaten: landwirtschaftliche Reformen 1921 und 1945, Kollektivierung zwischen 1949 und 1962. Doch dies hat sich in den 80er Jahren des 20. Jahrhunderts geändert, als man in Rumänien beschloss die Agrarpolitik des Council for Mutual Economic Assistance (CMEA) zu verwerfen.
Daher ist meiner Meinung nach ein Vergleich zwischen der rumänischen und der bulgarischen Agrarpolitik der letzten beiden Dekaden der kommunistischen Regierungen, insbesondere in Bezug auf die Entwicklung agrarindustrieller Komplexe als Antwort auf die Unterentwicklung der ländlichen Region, interessant. Für die Betrachtung Ostmitteleuropa aus transnationaler Perspektive ist ein solcher Vergleich insofern bedeutsam, als beide Länder extreme Beispiele für eine Politik der ländlichen Modernisierung darstellen. Bulgarien, weil man sich hier entschloss die agrarpolitischen Vorgaben der CMEA besonders intensiv umzusetzen und Rumänien, weil diese Vorgaben hier abgelehnt wurden. Außerdem zeigt die späte Entscheidung der kommunistischen Regierung Rumäniens von 1986, die Entwicklung der industriellen Landwirtschaft zu beschleunigen, dass diese Politik letztlich weniger ideologisch motiviert war, als es auf den ersten Blick den Anschein macht. So können auch interessante Einblicke in generelle Probleme der Entwicklung in den ländlichen Gebieten gewonnen werden.



Forschungsschwerpunkte


  • Sozialgeschichte
  • Wirtschaftsgeschichte
  • Gesellschaftliche Transformation in Südosteuropa
  • Institutionelle Entwicklungsprozesse in Südosteuropa
  • Politische Systeme und Öffentliche Ordnung