Dietmar Müller


Curriculum Vitae


Ist seit April 2012 Fellow am Imre Kertész Kolleg Jena. 2011/2012 vertrat er die Professur Kulturstudien Ostmitteleuropas am Institut für Slavistik der Universität Leipzig, ebenso wie die Leitung des Masterprogramms "European Studies" am Global and European Studies Institute der Universität Leipzig. Dietmar Müller ist Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Geisteswissenschaftlichen Zentrum Geschichte und Kultur Ostmitteleuropas an der Universität Leipzig und Koordination der Projektgruppe "Rechtskulturelle Prägungen Ostmitteleuropas in der Moderne: Materielles und immaterielles Eigentum (18.-20.Jh.)". Von 2005 bis 2009 war er Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Kulturwissenschaftlichen Institut der Universität Leipzig und Koordinator des von der Volkswagen Stiftung geförderten internationalen Projektes: Bodenrecht, Kataster und Grundbuchwesen im östlichen Europa. 1918 - 1945 - 1989. Polen, Rumänien und Jugoslawien im Vergleich. Müller wurde 2004 an der FU Berlin promoviert. Er studierte Osteuropastudien, Geschichte und der Ost- und Südosteuropäische Geschichte in Berlin und London.

Forschungsprojekt am Kolleg


Eigentum und Nation im östlichen Europa im 20. Jahrhundert. Polen, Rumänien und Jugoslawien im europäischen Vergleich
In dem Projekt werden der Begriff sowie Institutionen und Praxisformen des Eigentums an Grund und Boden in drei habsburgisch geprägten Ländern Ostmittel- und Südosteuropas im 20. Jahrhundert - Polen, Rumänien und Jugoslawien - in den Blick genommen. Die historische Rekonstruktion der Gesetze, Verordnungen und Doktrinen zum Bodenrecht, dient als Ausgangsbasis, um auf drei Wegen zu der Praxis des Eigentums und Bodenrechts vorzudringen. Dessen technische und administrative Grundlagen werden in Gestalt der Anlage und Verwaltung von Katastern und Grundbüchern seitens staatlicher Behörden analysiert. Mit einem Zugriff aus der Professionalisierungsforschung wird die gesellschaftliche Dimension des Bodenrechts erschlossen, indem der Einfluss der Geodäten, der Agronomen und der ländlichen Rechtsanwälte/Notare abseits von und in Interaktion mit staatlichen Vorgaben bei der Konstruktion des Eigentumsbegriffs an Grund und Boden untersucht wird. Um bis zur Ebene der bäuerlichen Bevölkerung und deren Eigentumsbegriff an Grund und Boden vorzudringen, werden Erkenntnisse und Ansätze aus der Kulturgeschichte und Sozialanthropologie fruchtbar gemacht. Zentrale Arbeitshypothese des Projekts ist, dass in die property rigths an Grund und Boden, als eine der zentralen Stellschrauben zur Durchsetzung ideologischer Gesellschaftsprojekte, im 20. Jahrhundert wiederholt und massiv eingegriffen wurde.

Forschungsschwerpunkte


  • Nationsbildung in Südosteuropa
  • Minderheitenproblematik
  • Wirtschaftsgeschichte des ländlichen Raumes
  • Erinnerungskultur und Geschichtspolitik
  • Eigentumsbegriff und Systeme der Administration von Bodeneigentum im östlichen Europa
  • Governance


Funktionen/ Mitgliedschaften


  • Redakteur für Südosteuropa, Mitglied der Steuerungsgruppe bei H-Soz-u-Kult
  • Mitglied der Südosteuropa-Gesellschaft
  • Mitglied der Karl-Lamprecht-Gesellschaft
  • Gründungsmitglied des Moldova-Instituts Leipzig
  • Mitglied des Evangelischen Freundeskreises Siebenbürgen


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