Dr. Tamás Scheibner

Curriculum Vitae


Tamás Scheibner ist Juniorprofessor für Vergleichende und ungarische Literatur und Kulturwissenschaften an der Eötvös Loránd Universität Budapest (ELTE). Er studierte Literaturwissenschaften an der ELTE und Geschichte an der Central European Universität. In seiner Dissertation hat sich Scheibner mit dem Sozialistischen Realismus und der Stalinisierung der Literaturwissenschaften in Ungarn in den 1940ern und 1950er Jahren beschäftigt.


Forschungsprojekt am Kolleg


Das Forschungsprojekt geht den Praktiken und Diskursen der Stalinisierung und Destalinisierung der 1940er - 1960er Jahre im Bereich der Literaturwissenschaften in den Ländern des ehemaligen Ostblocks nach. Das Projekt nimmt, ausgehend vom ungarischen Fall auch die sowjetischen, ostdeutschen, tschechoslowakischen, polnischen und jugoslawischen Kontexte in den Blick. Durch die Betrachtung der Stalinisierung und Destalinisierung der Literaturwissenschaften, will das Projekt auf der einen Seite zu zeigen versuchen, dass die Sprache und der Kanon des Sozialistischen Realismus in wesentlichem Umfang den je nationalen Traditionen angepasst und ihnen angeglichen werden musste und so lokale Versionen des Sozialistischen Realismus entstanden. Auf der anderen Seite soll gezeigt werden, dass die Homogenisierung der Literaturwissenschaften durch den internationalen Austausch verschiedener Konzepte und Interpretationspraktiken teilweise untergraben und ihr sich so widersetzt wurde. In diesem Sinne könnte die Destalinisierung der Literaturwissenschaften als ein transnationales Phänomen interpretiert werden, in dem die städtische Intelligenzia mit ihrer kosmopolitischen Affinität eine Schlüsselrolle gespielt hat, auch wenn ihre Rolle und ihr Wirken in diesem Prozess im Licht neuer Archivfunde ebenfalls erneut überdacht werden muss.


Forschungsschwerpunkte


  • Kultur des Kalten Krieges
  • Kulturpolitik im Kommunismus/Sozialismus
  • Östlicher und westlicher Marxismus und Literaturtheorie
  • Kultur- und Geistesgeschichte des 20. Jahrhunderts



Funktionen/ Mitgliedschaften


  • Seit 2011: Herausgeber des wissenschaftlichen Zeitschrift Irodalomtörténet (Literaturgeschichte)