Dr. Martina Baleva

Curriculum Vitae


Martina Baleva wurde 2011 mit dem Dissertationspreis der Fritz und Helga Exner-Stiftung der Südosteuropa-Gesellschaft, München ausgezeichnet. Von 2010-2011 war sie Wissenschaftliche Mitarbeiterin der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften in der Interdisziplinäre Arbeitsgruppe "Bildkulturen". Von 2009-2010 war sie Wissenschaftliche Mitarbeiterin des Geisteswissenschaftlichen Zentrums Geschichte und Kultur Ostmitteleuropas Leipzig im Forschungsprojekt "Erinnerungskulturen". Baleva promovierte von 2007-2009 in Kunstgeschichte an der Universität Erlangen-Nürnberg. Von 2006-2007 arbeitete sie am Konzept und der Organisation des Projekts "Feindbild Islam - Geschichte und Gegenwart antiislamischer Stereotype in Bulgarien am Beispiel des Geschichtsmythos Batak", das von der Stiftung "Erinnerung, Verantwortung und Zukunft" und der Robert-Bosch-Stiftung gefördert und von Ulf Brunnbauer (Regensburg) geleitet wurde.


Forschungsprojekt am Kolleg


Martina Baleva widmet sich während ihres Aufenthaltes am Imre Kertész Kolleg der Erforschung von fotografischen Selbstzeugnissen osmanischer Migranten, die heute zu den zentralen Symbolfiguren der Nationen auf dem Balkan gehören. Die systematische bildhistorische Analyse der zahlreich erhaltenen Fotografien soll sowohl Erkenntnisse über die sozialgeschichtliche Dimension des untersuchten Bildphänomens liefern, als auch dessen gesellschaftliche Bedeutsamkeit für die Gegenwart erschließen. Die fotografischen Porträts osmanischer Migranten stehen exemplarisch für einen noch weitgehend unerforschten Aspekt des interkulturellen Transfers zwischen dem Osmanischen Reich und seiner Nachbarstaaten im 19. Jahrhundert, wobei die Artefakte nicht nur als primäre historische Quellen dienen, sondern zugleich als historischer Ort der Begegnung und Transformation von Selbst- und Fremdwahrnehmung in beiden Regionen Zentral- und Südosteuropas betrachtet werden. Ihre Analyse gibt Aufschluss über die kulturellen Schnittstellen zweier sozial-politischer Großräume und über die Transfermechanismen bei der Konstruktion von Wahrnehmungs- und Repräsentationsmustern im östlichen Europa vom 19. Jahrhundert bis in unsere Zeit. Das Vorhaben unternimmt zugleich den Versuch, die methodischen Ansätze der Kunst- und Bildwissenschaft für die Sozialgeschichte des spätosmanischen Balkan fruchtbar zu machen und sie in eine interdisziplinäre Diskussion mit der historischen Anthropologie Südosteuropas einzubringen.


Forschungsschwerpunkte



  • Kunst- und Bildgeschichte des Balkanraums, Ost- und Ostmitteleuropas vom 19. bis 21. Jahrhundert
  • Foto- und Bildgeschichte der spätosmanischen Zeit
  • Geschichte visueller Massenmedien im 19. und 20. Jahrhundert
  • Bild- und Kulturgeschichte von Nationalisierungsprozessen in Europa im 19. und 20. Jahrhundert